Meine Ausbildung beim Steuerberater – von Karina Barg

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Abitur- und jetzt?- 2010 hatte ich mein Abi in der Tasche und muss gestehen, dass ich mir während der Schulzeit viel zu wenig Gedanken über die Zeit danach gemacht hatte. Ich musste also im Schnellverfahren überlegen, was ich eigentlich machen wollte.

Ich kam zu dem Entschluss, Jura studieren zu wollen; das Rechtssystem in Deutschland hat mich schon immer interessiert. Da mein Abi allerdings nicht so gut ausgefallen war, dass ich überall einen Studienplatz bekommen hätte, landete ich in dem ganz neuen Studiengang “Wirtschaft, Gesellschaft, Recht – Good Governance” in Rostock, der sich zunächst wirklich interessant anhörte.

Nach einiger Zeit musste ich aber feststellen, dass das Studium absolut nichts für mich war. Ohne Vorkenntnisse mit doch sehr trockenen und teilweise langweiligen Grundlagen anzufangen, ohne einen Bezug zur Praxis, ist bestimmt für manche interessant – für mich jedenfall nicht.

Ausbildung beim Steuerberater

Nach einem Semester brach ich das Studium ab und zog wieder zu meinen Eltern. Zu dieser Zeit habe ich mich dann ausführlicher mit der Frage beschäftigt, was das Richtige für mich ist, und absolvierte einige Praktika, um mir interessante Bereiche anzusehen. Am interessantesten erschien mir schlussendlich eine Ausbildung beim Steuerberater zur Steuerfachangestellten.

Schon nach der ersten Bewerbung erhielt ich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch, welches auch sehr positiv und erfolgreich verlief. Zum 01.08.2011 begann ich die Ausbildung in einer mittelgroßen Steuerberatungskanzlei in Lübeck.

Aller Anfang ist schwer

Ausbildung beim Steuerberater

© froxx – Fotolia.com

Zu Beginn der Ausbildung beim Steuerberater kam ich mir etwas verloren vor. Alles war neu und ich war kaputt vom ungewohnt langen Arbeitstag. Zudem hatte ich das Gefühl, meinen Kolleginnen eher ein wenig auf die Nerven zu gehen.

Schon in den ersten Tagen wurde ich an die Buchführung herangeführt, allerdings muss ich sagen, dass ich die Hintergründe erst später dank der Berufsschule richtig verstanden habe.

Die ersten paar Monate der Ausbildung waren nicht ganz einfach für mich. Erst nachdem ein wenig Zeit verstrichen war, gingen die Kolleginnen eher auf mich zu und ich fühlte mich wohler in der Kanzlei. Die Berufsschule machte mir von Anfang an sehr viel Spaß. Ich hatte das Glück, eine sehr kompetente Klassenlehrerin zu haben, die uns auch in Steuerlehre unterrichtete.

Ich hatte mit meinem Chef schon bei Unterzeichnung des Ausbildungsvertrages geklärt, die Ausbildung um ein halbes Jahr zu verkürzen. So durfte ich schon nach einigen Monaten Seminare zur Lohnbuchführung besuchen und bekam eigene Mandanten, für die monatlich Lohnabrechnungen erstellt werden mussten. Auch kleinere Einkommensteuererklärungen durfte ich von Beginn an bearbeiten, obwohl das Einkommensteuergesetz an der Lübecker Berufsschule erst im zweiten Ausbildungsjahr auf dem Lehrplan steht.

Mit fortschreitender Zeit in der Kanzlei stellte sich heraus, dass mir besonders das Erstellen der Steuererklärungen Spaß bringt und auch das Bearbeiten immer aufwendigerer Buchführungen mit positivem Feedback meiner ausgelernten Kolleginnen gibt mir ein gutes Gefühl. Der Umgang mit Mandanten bereitet mir ebenfalls viel Freude.

In meiner Kanzlei gibt es eine Auszubildende in jedem Lehrjahr. Ein Jahr nach Beginn meiner Ausbildung beim Steuerberater bekamen wir also auch eine neue Auszubildende, die aber leider nach ungefähr einem Monat die Ausbildung abbrach. Ich bin also bis heute zusätzlich für die Aufgaben der Auszubildenden aus dem ersten Lehrjahr zuständig. Teilweise musste ich für zwei arbeiten, was nicht immer leicht war. Aber auch das habe ich gemeistert und zum 01.08.2013 bekomme ich nun Unterstützung durch eine neue Auszubildende.

Inzwischen fühle ich mich sehr wohl in meiner Kanzlei. Ich verstehe mich sehr gut mit meinen Kollegen und werde von meinen Chefs für gute Arbeit und gute Noten in der Berufsschule gelobt. Sowas tut mir natürlich sehr gut, besonders nach einem etwas holprigen Anfang.[sam id=”3″ codes=”true”]

Traumberuf Steuerfachangestellte?

Ausbildung beim Steuerberater

Karina Barg

Die ersten zwei Jahre der Ausbildung beim Steuerberater sind regelrecht verflogen und im November 2013 stehen die schriftlichen Abschlussprüfungen für mich an. Bis dahin muss ich mir noch einiges beibringen, was in der Schule zeitlich nicht mehr thematisiert wird, denn eine Klasse für Verkürzer gibt es in Lübeck leider nicht. Ich bin tatsächlich schon jetzt ein wenig aufgeregt, aber sehe der Prüfung doch insgesamt positiv entgegen.

Auf jeden Fall bin ich sehr zufrieden mit meiner Wahl, die Ausbildung beim Steuerberater zu durchlaufen. Es wird nie langweilig in diesem Beruf und es sind viele Weiterbildungsmöglichkeiten nach abgeschlossener Ausbildung gegeben.

Nach der Ausbildung möchte ich unbedingt weiter in diesem Berufsbereich arbeiten. Ich sehe mich allerdings noch nicht am Ende des Lernens. Mein Wunsch ist es, ab nächstem Jahr Steuerrecht zu studieren und später selbst Steuerberaterin zu werden.

 

von Karina Barg (22 Jahre – Auszubildende zur Steuerfachangestellten im 2. Lehrjahr und Teil des Steuerazubi-Teams)

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