Ausbildung nach dem Studium – Was macht Sinn?

Ausbildung Studium
0

Die klassischen Karrierewege kennen wir alle:

  • Schule, Ausbildung, Arbeit.
  • Schule, Studium, Arbeit.
  • Schule, Ausbildung, Arbeit, Studium, Arbeit.

Wie die Deutschen sich üblicherweise aus- und weiterbilden, liegt auf der Hand: Von etwa einer Million Schulabgängern pro Jahr schließen etwas mehr als 50 % einen Ausbildungsvertrag ab. 80 % der Abiturienten wünschen sich, früher oder später ein Studium zu absolvieren.

Und die Gründe dafür sind offensichtlich: Wer studiert hat, verdient mehr Geld. Wer eine Ausbildung gemacht hat, kann schnell praktisch mitarbeiten und muss nicht für viele weitere Jahre die Schul- bzw. Studienbank drücken.

In diesem Artikel möchten wir dir erklären, wie Ausbildung und Studium sinnvoll kombiniert werden können, ohne ein duales Studium zu machen und ohne ein teures Fernstudium „nebenbei“.

Vor der Ausbildung studieren oder nach dem Studium ausbilden lassen?

Um herauszufinden, ob man erst eine Ausbildung und dann ein Studium machen sollte, oder das Ganze umgekehrt von statten gehen sollte, solltest du die Gründe für die beiden Optionen kennen.

Für eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten spricht:

  • Praktische Erfahrung
  • Learning by doing (not by sitting and listening)
  • Umgang mit Geld durch Vergütung erlernen
  • Firmen-Hierarchie kennenlernen
  • Wenig Lernaufwand

Für ein Studium spricht:

  • Freiheit im Studentenleben auskosten
  • Förderung durch BAFöG
  • Hochrangiger Bildungsabschluss
  • Selbstständige wissenschaftliche Arbeit (Bachelor, Hausarbeiten)

Aber leider gibt es auch Faktoren, die gegen beide Seiten sprechen.

Auszubildende beklagen sich oft darüber, dass sie weniger Geld haben, als sie eigentlich brauchen. Sie nagen beinahe am Hungertuche und haben nach der Ausbildung ein niedriges Einstiegsgehalt. Gerade bei Steuerfachangestellten ist das ein übliches Problem.

Studenten klagen darüber, einen immens hohen Lernaufwand zu haben und keinerlei praktische Erfahrungen zu sammeln.

Was sollte man also zuerst machen? Ausbildung oder Studium?

 

[sam id=”3″ codes=”true“]

 

Unsere Empfehlung: Erst Studium, dann Ausbildung!

Wir haben recherchiert und festgestellt, dass es lohnenswerter ist, nach der Schule zunächst zu studieren und erst danach eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten zu machen.

Studierst du beispielsweise BWL, wirst du in vielen Punkten einen Vorteil gegenüber anderen Mit-Auszubildenden haben, wenn ihr Rechnungswesen in der Schule lernt oder über die Wirtschaft sprecht.

Aber auch bei anderen Studiengängen kann dein Abschluss dafür sorgen, dass dein Ausbilder dich wegen deiner Vorbildung die Ausbildung verkürzen lässt – je nach Praxisrelevanz des Studienfaches wirst du also nur noch 2,5 oder sogar bloß 2 Jahre ausgebildet.

So dauert dein „Ausbildungs-Paket“ bei einem Bachelor vor der Ausbildung 5 – 5,5 Jahre. Umgekehrt ist eine Dauer von 6 Jahren der Regelfall. Außerdem kannst du dann mit einem höheren Einstiegsgehalt und mehr fachlicher Kompetenz in den Beruf einsteigen.

Auch wichtig für dich, wenn du aus einer einkommensschwachen Familie kommst, ist, dass das Berufsausbildungsförderungsgeld (kurz: BAFöG) nur für das Erststudium bzw. Erstausbildung  gezahlt wird. Hast du eine abgeschlossene Ausbildung zur Steuerfachangestellten und womöglich sogar schon BAB bezogen, fällt dein Anspruch auf BAFöG weg. Und es ist deutlich leichter, sein Ausbildungsgehalt von ca. 550,00 € netto aus auf eine nennenswerte Summe aufzustocken, als als Student sein Einkommen von 0,00 € irgendwie zu etwas Lebensfähigem auszubauen. Das ist vom Zeitaufwand her fast unmöglich und ein häufiger Abschreck-Grund.

Der Nachteil dabei

Allerdings gibt es auch Nachteile bei dieser Kombination: Dem Finanzamt und der Familienkasse gegenüber ist es leicht, das Studium nach der Ausbildung als Teil der Erstausbildung schmackhaft zu machen.

Führt dein Weg über eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten in ein Studium, das dir deinen Wunschberuf beschert, kannst du für diese gesamte Zeit Kindergeld erhalten und du kannst in der Steuererklärung deiner Eltern berücksichtigt werden, auch wenn du ein Einkommen hast und „zu alt“ bist.

Das gilt allerdings generell nur für angehende Steuerberater, Betriebswirte und Wirtschaftsprüfer. Möchtest du etwas anderes studieren, so schlagen wir dir den Weg vor: Erst Studium, dann Ausbildung!

Welche Studiengänge sind sinnvoll?

Mögliche Studiengänge, die du vor einer Ausbildung zur Steuerfachangestellten absolvieren kannst, sind:

  • Volkswirtschaftslehre
  • Wirtschaftsrecht

  • Betriebswirtschaft

  • Politik
  • Accounting (Rechnungswesen)
  • Management
  • Wirtschaftspsychologie
  • Wirtschaftswissenschaften

  • Verwaltungswissenschaft
  • Personalmanagement
  • Projektmanagement
  • Finanzmathematik
  • Baubetriebsmanagement

All diese Studiengänge erscheinen uns sinnvoll, um sie vor der Ausbildung zur Steuerfachangestellten zu studieren.

Das Studium der Betriebswirtschaftslehre (BWL) ist übrigens der Klassiker in diesem Modell. Es ist außerdem der Studiengang, der von den meisten zukünftigen oder ehemaligen Azubis gewählt wird, um es vor oder nach der Ausbildung zu absolvieren – abgesehen von den Studiengängen auf dem Weg zum Steuerberater.

Warum eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten nach dem Studium?

„Das ist ja alles schön und gut, aber wieso ausgerechnet Steuerfachangestellte nach dem Studium?“, fragst du dich bestimmt. Und auch darauf haben wir eine Antwort.

Die Vorteile

Der Vorteil bei der Ausbildung zur Steuerfachangestellten ist allen voran, dass du praktische Erfahrung sammeln kannst und echte Arbeit an echten Fällen von echten Mandanten leistest.

Außerdem reicht die Ausbildungvergütung – in Kombination mit Aufstockungen wie BAB, Kindergeld oder einem Minijob – zum selbstständigen Leben. Du kannst dir eine eigene Wohnung leisten und musst dir keine WG mit unliebsamen Studenten teilen. Du kannst dein eigenes Reich haben und selbst entscheiden.

Durch den Arbeitsalltag lernst du, wie es ist, „ganz unten“ zu sein und hast womöglich später ein tieferes Verständnis für die Auszubildenden zur Steuerfachangestellten, die du selbst betreust oder ausbildest.

Außerdem erfährst du alles über die Organisation des Büro-Alltags, den Umgang mit Mandanten und Kollegen und ein mächtiges Know-How über das Wissen in Betrieben gehört auch dazu. Nicht nur, dass du lernst, wie eine Steuerberaterkanzlei aufgebaut ist, sondern auch, dass du bei deinen täglichen Aufgaben hinter die Kulissen der Unternehmen deiner Mandanten „reinschauen“ kannst, ist ein gigantischer Vorteil gegenüber allen anderen Ausbildungsberufen.

Willst du dich später selbstständig machen, ist daher der Beruf der Steuerfachangestellten der beste Weg für dich! Netter Nebeneffekt: Du wirst später keinen Steuerberater brauchen, weil du alles selbst erledigen kannst!

Des Weiteren zählt die Ausbildung zur Steuerfachangestellten – ebenso wie der Polizist und der Mediengestalter Bild und Ton – zu einer der abwechslungsreichsten Ausbildungen in ganz Deutschland! Je mehr Mandanten du betreuen darfst und je mehr Fälle auf deinem Schreibtisch landen, desto interessanter wird der Job.

Auch interessant und vielseitig sind die ständigen Änderungen der Gesetze – und damit kommen wir zu den Nachteilen der Ausbildung.

Die Nachteile

Im Vergleich zur Ausbildung zur Bürokauffrau beispielsweise erfordert die Ausbildung zur Steuerfachangestellten einen höheren Lernaufwand.

Auch ist es beispielsweise für die Wirbelsäule ungesund, den ganzen Tag am Schreibtisch zu sitzen. Wer körperliche Abwechslung möchte, muss für Ausgleich sorgen oder eine Ausbildung mit mehr körperlichem Einsatz wählen.

Auch gibt es besser bezahlte Ausbildungsberufe – gewissermaßen musst du für die Ausbildung zur Steuerfachangestellten gemacht sein.

Aber du hast während deines Bachelorstudiums drei lange Jahre Zeit, dir darüber im Klaren zu sein, ob du das wirklich willst.

Denn nach einem eher allgemein gehaltenen Studium stehen dir viele Türen offen.

Setzt du die Ausbildung zur Steuerfachangestellten obendrauf, stehen dir noch mehr Türen offen und die Chancen für dich auf dem Arbeitsmarkt werden nahezu unbegrenzt!

Wie sieht es bei mir aus? Hast du studiert? Machst du eine Ausbildungs-Studiums-Kombination? Lass es uns in den Kommentaren oder im Forum wissen. Wir sind gespannt auf deine Geschichte.

Ähnliche Blogartikel

Hinterlasse uns einen Kommentar

DU WILLST MEHR?
Für Giveaways, Tipps und Unterstützung folg' uns auf Instagram oder tritt unserer Discord Community bei! :)