Controlling – Alles was du dazu wissen solltest

Controlling
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In einigen Artikel haben wir bereits erwähnt, dass du mit einer Weiterbildung (z.B. zur Bilanzbuchhalterin) im Controlling-Bereich privater Unternehmen arbeiten kannst.

Da das Berufsbild Controller an sich sehr umfangreich ist und längst nicht jeder damit etwas anfangen kann, möchten wir dir diesen interessanten Beruf einmal vorstellen.

Die Kurzform

Es stimmt schon, der Name kann etwas zu Verwirrung führen, aber Nein, ein Controller ist nicht der Typ, der im Bus deinen Fahrschein überprüft. Und außerdem ist es auch kein Beruf, der sich erst vor kurzem herausgebildet hat. Allerdings hat sich der Aufgabenbereich mit den Jahren stark erweitert. Mittlerweile umfasst das Controlling die Planung, Steuerung und Überwachung von Unternehmenszielen und einiges mehr.

Ein schöner Vergleich, den ich gefunden habe, lautet wie folgt: Der Kapitän ist der Chef und der Controller ist der Navigator im Ausguck. Und wenn der Navigator ruft “Eisberg voraus – hart rechts!”, dann reagieren die Chefs entsprechend. Ich finde, das ist eine nette Veranschaulichung, die die wesentliche Aufgabe des Controllers widerspiegelt.

Was heißt das genau?

Planen, steuern und überwachen klingt ja schon mal ganz interessant, oder? Aber so wirklich weißt du wahrscheinlich trotzdem noch nicht, was dich dort erwartet. Zugegeben, so pauschal kann man das auch nicht sagen, da es auch immer ein wenig abhängig von deinem konkreten Einsatzgebiet im Unternehmen und der Art deines Betriebes ist.  

Die nachfolgenden Beispiele werden dir einen Eindruck geben, um was es eigentlich geht:

Als Controller verplanst du das vorgegebene Budget für einzelne Kostengruppen wie zum Beispiel Löhne und Gehälter, Büromaterial, Miete, Wareneinkauf und so weiter. Im Laufe des Jahres überwachst du dann die bisher aufgelaufenen Kosten (Ist-Werte) mit den ursprünglich geplanten Werten (Soll-Werte). Vielleicht sind dir diese Begriffe (Soll- und Ist Werte) bereits auf einer Betriebswirtschaftlichen Auswertung (BWA) aufgefallen?

Als weiteres Beispiel wären die Investitionsrechnungen und die Wirtschaftlichkeitsberechnungen zu nennen. Steigert eine geplante Investition langfristig die Produktivität? Welche der Investitionen ist am besten? In welchem Verhältnis stehen Erlöse und Kosten zueinander?

Für die einzelnen Analysen stehen dir unterschiedliche Verfahren zur Verfügung, die du im Rahmen deiner Weiterbildung kennenlernen würdest. An Hand dieser und ähnlicher Berechnungen berätst du die Geschäftsleitung in ihren betrieblichen Entscheidungen.

Man kann sagen, dass du quasi der Übersetzer zwischen dem betrieblichen Zahlenwerk und der Führungsetage bist.

Natürlich hast du deshalb auch einen heißen Draht zum internen Rechnungswesen und wirkst gegebenenfalls bei der Erstellung von Zwischen- und Jahresabschlüssen mit.

Du bist der wertvollste Ansprechpartner im Unternehmen, wenn es darum geht den Betrieb auf Erfolgskurs zu halten, die Effizienz zu steigern und langfristige Ziele zu erfassen und zu verfolgen.  

 

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Dein Einsatzgebiet

In aller Regel sind Controller eher in größeren Unternehmen mit einer Betriebsgröße von mehr als 200 Mitarbeitern zu finden oder manchmal auch in der öffentlichen Verwaltung.

In kleineren Firmen übernimmt die Geschäftsleitung die Aufgaben des Controllings meistens selbst. Dort sind Geschäftsabläufe in der Regel noch übersichtlich und ein eigener Controller würden zu hohe Kosten im Vergleich zum Nutzen verursachen. Das wäre dann in etwa so, als ob man mit Kanonen auf Spatzen schießen würde. Es steht einfach nicht im Verhältnis.

In größeren Firmen kann es allerdings gut sein, dass es mehrere Controller gibt, die jeweils einen bestimmten Bereich betreuen. So könnten sich die einzelnen Mitarbeiter zum Beispiel auf das Marketing, den Beschaffungsmarkt, die Produktion, den Absatzmarkt, das Personalmanagement und ähnliches spezialisiert haben. Die Controller würden dort jeweils die Budgetplanung, die Rentabilität und andere Aufgaben durchführen und überwachen.  

Formen des Controllings

Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen zwei grundsätzlichen Formen des Controllings:

  • Strategisches Controlling: verfolgt langfristige Ziele unter Einbeziehung von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen
  • Operatives Controlling: konzentriert sich auf kurz- und mittelfristige Ziele von 1 – 2 Jahren und primär auf die Gewinnerzielung 

Was du für das Controlling mitbringen musst

Da es sich hierbei nicht um einen klassischen Ausbildungsberuf handelt, gibt es verschiedene Möglichkeit um deinem Traumberuf als Controller näher zu kommen.

Ein gängiger Weg ist ein betriebswirtschaftliches Studium mit dem Schwerpunkt Controlling.

Aber auch als Steuerfachangestellte gibt es Möglichkeiten in den Beruf einzusteigen. So kannst du dich zur Bilanzbuchhalterin weiterbilden und dich anschließend auf Stellen als Controllerin bewerben. Die Weiterbildung zur Bilanzbuchhalterin deckt weitestgehend die Themen im Bereich Controlling ab.

Oder du bist dir deiner Sache sehr sicher und belegst direkt die Weiterbildung zum Controller mit einem anerkannten IHK Abschluss. Bei dieser Herangehensweise lernst du zusätzlich noch mehr über Management, Führung, Organisation und zur tiefergehenden Kosten- und Leistungsrechnung.

Also kurz gesagt: Mit dem Bilanzbuchhalter bist du für den Quereinstieg gut gerüstet und lässt dir alles offen. Falls du dir jedoch sicher bist, dass du langfristig als Controller arbeiten möchtest, bist du mit dem Abschluss zum geprüften Controller (IHK) besser vorbereitet, da die Kurse tiefer und spezialisierter sind.

Im Übrigen münden beide Fortbildungen regelmäßig in einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Die Prüfungen sind bundeseinheitlich. Wie du dich vorbereitest, ist im Endeffekt deine Sache. Du kannst entsprechende Kurse belegen, die entweder über ein Fernstudium oder als Voll- beziehungsweise Teilzeitseminare belegbar sind.

Deine Verdienstmöglichkeiten

Controller gehören zu den Besserverdienenden am Arbeitsmarkt. Du kannst mit einem Einstiegsgehalt von circa 36.000 Euro bis 45.000 Euro rechnen. Das Gehalt steigt mit der Berufserfahrung, ist allerdings auch stark abhängig von der Region in der du lebst und von der Größe des Unternehmens, in dem du arbeitest.  

Das Resümee

Es gibt nicht viel was gegen die Karriere im Controlling spricht. Die Gehaltsaussichten sind sehr gut und es handelt sich um einen Beruf, der eine Menge Anerkennung genießt. Ob es letztlich das richtige für dich ist, musst du jedoch selbst abwägen. Helfen könnten dir folgende Fragen, die du dir einmal selber stellen kannst:

  • Hast du Lust auf viel Verantwortung?
  • Liegen deine Interessen eher im allgemeinen Steuerbereich oder im betrieblichen Rechnungswesen?
  • Hast du Verständnis und Interesse für wirtschaftliche Zusammenhänge?
  • Wo siehst du dich in 10 Jahren?
  • Möchtest du gern in der freien Wirtschaft arbeiten?
  • Hast du Lust auf eine Weiterbildung oder generell neue Sachen zu lernen?

 

Hast du Lust, dich in diese Richtung weiterzuentwickeln? Hinterlasse doch ein Kommentar oder tausche dich Forum darüber aus.

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