Deine erste Wohnung – Worauf musst du achten?

Erste Wohnung
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Die erste Wohnung ist ein großer Schritt in die Selbständigkeit. Grundsätzlich hast du die Wahl zwischen einer Wohngemeinschaft oder einer eigenen Wohnung.

Wenn du nicht in einer Wohngemeinschaft wohnen möchtest, kann es teuer werden. Daher zeige ich dir im Folgenden einige Tipps, wie das Wohnen in der ersten Wohnung gelingen kann, wie du an die perfekte Wohnung kommst und dabei möglichst allen Parteien gerecht werden kann.

Wie oft liest man in der Zeitung von einer Wohnung im Stil von „2 ZKB 405,00€ + NK + MS an NR mit Südbalkon und EBK“?

Gemeint ist damit eine Zweizimmerwohnung mit Küche, Bad (2 ZKB) und Einbauküche (EBK), einem Balkon, der nach Süden zeigt mit einer Kaltmiete von 405,00€ zzgl. Nebenkosten (NK) und einer Mietsicherheit (MS), die nur an Nichtraucher (NR) zu vermieten ist.

Einen Ausführlichen Artikel zur Wohnungssuche findest du hier: Erste eigene Wohnung – Was du bei der Wohnungssuche unbedingt beachten solltest

Erste Wohnung und 1/3 Regel

Hast du eine tolle Wohnung besichtigt und möchtest du diese Wohnung gerne haben, ist es wichtig, sich auf den potentiellen Vermieter einstellen zu können.

Eine erste Wohnung von privat ist in der Regel einfacher zu bekommen, da Privatpersonen die berüchtigte 1/3-Faustregel nicht zwingend anwenden und gerne auch nach Sympathie vermieten.

Wohnungsvermittlungen hingegen werten bei mehreren Bewerbern, die dem gewünschten Mieterprofil entsprechen, die finanzielle Situation aus und vergeben ihre Wohnungen gerne an die wohlhabendste Person.

Wohnungsvermittlungen ist es wichtig, dass vor allem junge Menschen nicht mehr als ein Drittel ihres Einkommens für die Wohnung ausgeben, um die Sicherheit zu haben, dass du die Miete wirklich zuverlässig zahlst und noch genügend Geld zum Leben hast.

Was passiert aber im worst case?

Wenn ein Azubi im ersten Lehrjahr mit der Steuerklasse 1 EUR 650,00 brutto erhält, kommt netto ein Betrag von etwa EUR 519,00 heraus.

Angenommen, dieser Azubi bekäme weder Berufsausbildungsbeihilfe noch Renten, Kindergeld oder Unterstützung, so dürfte er laut der 1/3-Faustregel nur EUR 173,00 warm für seine erste Wohnung ausgeben.

Das ist unrealistisch – vor allem in Städten.

Wenn du mit EUR 200,00 monatlich für Ernährung, Freizeit, Fahrkarte, Stadtwerke und Rücklagen auskommst, kannst du durchaus EUR 319,00 für die erste Wohnung ausgeben.

Faustregel hin oder her – fast kein Azubi hat EUR 346,00 im Monat für sich zur freien Verfügung ( 519,00 – 173,00 = 346,00).

Bürgschaft für die erste Wohnung

Wenn du mehr Miete zahlen möchtest als ein Drittel deines Nettoeinkommens, dir aber eine fremde Person (der Vermieter) nicht glauben will, dass du mit wenig Geld zurecht kommst, könnte für dich eine  Bürgschaft in Frage kommen.

Dabei muss ein Verwandter (oder Bekannter), der ein geregeltes Einkommen hat, diese Bürgschaft für dich übernehmen und trägt somit die Verantwortung. Solltest du die Miete nicht zahlen oder plötzlich und ohne zu zahlen verschwinden, wendet sich dein Vermieter an deinen Bürgen.

Auch wenn du etwas in der Wohnung zerstören solltest, was dich teuer zu stehen käme, so ist eine Bürgschaft vielleicht sinnvoll.

Seit einigen Jahren ist es auch üblich, einen zweiten Hauptmieter eintragen zu lassen.

So bist du auf dem Papier nicht der alleinige Mieter, sondern ein Elternteil oder ein älterer Bruder oder eine ältere Schwester könnte mit dir gleichberechtigt als Hauptmieter im Mietvertrag stehen.

Das gibt skeptischen Vermietern mehr Vertrauen und Sicherheit.

Wohnungsbesichtigung

Sobald du eine Wohnungsbesichtigung im Terminkalender stehen hast, gilt es, einige Punkte zu beachten.

  1. Sei pünktlich! Denn du möchtest doch auch vermitteln, dass du immer pünktlich deine Miete zahlst, oder?
  2. Sieh gepflegt aus – denn so zeigst du dem potentiellen Vermieter oder der potentiellen Vermieterin, dass du mit der Wohnung auch gepflegt umgehen kannst!
  3. Sei natürlich – nichts ist schlimmer als ein verkrampfter potentieller Mieter, der etwas zu verbergen scheint. Wenn du einen Kanarienvogel hast und keine Haustiere erlaubt sind, erwähne es – wenn du Raucher oder Raucherin bist, sage auch dies und betone vielleicht, dass du nicht in der Wohnung rauchen würdest!
  4. Schau in die Ecken der Wohnung! – Denn unordentlich überstrichener Schimmel, abgebrochene Bodenleisten, abblätternde Tapeten oder feuchte Fenster können ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen.
  5. Frage höflich nach, ob beispielsweise die Einbauküche übernommen werden kann und wo ein Platz für eine Waschmaschine ist – denn du hast während der Ausbildung keine Zeit, einer oder zwei Maschinen Wäsche in einem Waschsalon beim Waschen zuzusehen!
  6. Kenne deine Rechte und Pflichten!

 

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Pflichten eines Mieters

Wenn in einer Wohnung Haustiere verboten sind, sind Katzen, Hunde und andere ähnlich große Tiere (Shetlandponys, Alligatoren, Hühner…) verboten. Nicht verboten sind Meerschweinchen, Ratten, Kleinvögel oder Reptilien.

Es hilft natürlich am meisten, schon vor der Wohnungsbesichtigung nachzufragen, ob dein geliebtes Haustier mit in deine erste Wohnung ziehen darf.

Ein Vermieter hat das Recht, auch Kleintiere wie Hamster, Kaninchen, Kanarienvögel und Co. zu verbieten, wenn beispielsweise eine Allergie vorliegt.

Deine Pflicht ist so oder so: Haustiere jeder Art anmelden!

Dass man sein Eigentum – die Wohnung – nicht an jemanden vermieten will, der den gesamten Geruch und die Farbe der Tapete in ein nikotingetränktes Gelb verwandelt, kann bestimmt jeder verstehen.

Aber Rauchen ist ein Persönlichkeitsrecht.

Du hast als Mieter das Recht, deine Eigenschaft als Raucher zu verschweigen und in der Wohnung zu rauchen, wenn du die Wohnung beim Auszug genau so verlässt, wie du sie vorgefunden hast.

Das kann unter anderem bedeuten, dass du neu tapezieren, die Decke neu streichen und im schlimmsten Fall sogar Fenster und Türen austauschen musst – je nach dem, wie stark du in der Wohnung rauchst.

Bei starker Geruchsentwicklung darf der Vermieter bei Beendigung des Mietverhältnisses sogar die Mietkaution einbehalten, wenn er es für nötig hält, die Einbauküche, den Fußboden oder sogar die Badezimmereinrichtung auszutauschen.

Unterm Strich lässt sich also sagen:

Rauchen in der Wohnung lohnt sich definitiv nicht, auch wenn es zu 100% erlaubt ist – egal, was dein potentieller Vermieter zu verbieten versucht.

Rechte eines Mieters

Zu Beginn eines Mietverhältnisses hast du das Recht, gemeinsam mit dem Vermieter eine umfassende Liste anzufertigen und darauf alles aufzuführen, was nicht top in Ordnung ist.

Das ist wichtig, um dich selbst zu schützen.

Alles, was du beim Einzug als beschädigt oder nicht komplett intakt meldest, musst du beim Auszug nicht reparieren oder ersetzen. Das ist wichtig, um Geld zu sparen und damit auch du deinem Vermieter vertrauen kannst.

Seit Mitte 2015 ist es übrigens auch dein Recht, keine Maklerprovision zu zahlen.

Wenn du keinen Immobilienmakler angefordert hast, musst du auch keinen zahlen. Die oftmals geforderten 2,38 Kaltmieten als Belohnung für einen Makler – wenn du deine erste Wohnung selbst durch ein Portal im Internet gefunden hast – sind inzwischen nicht mehr einforderbar.

Es ist somit illegal, sie auf dich abzuwälzen, wenn du deine erste Wohnung selbstständig gefunden hast.

Infos zu dieser Gesetzesänderung findest du zum Beispiel auf makler-vergleich.de.

Und jetzt bist du dran: Hast du schon eine erste Wohnung? Schreib mir doch einen Kommentar unter diesen Artikel oder poste deine Erfahrungen mit der Wohnungssuche in unser Forum. Ich freue mich drauf!

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2 Kommentare
    • Peter
      Jul 30, 2017 20:15 pm Reply

      Tolle Seite und super Ratschläge für die Wohnung!
      Danke 🙂

    • Stefan
      Okt 05, 2017 12:18 pm Reply

      Sehr gute Tipps 😀
      Dankeee!

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