Was du zum Thema Krankmeldung wissen musst

Krankmeldung
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Ob Migräne, Sommergrippe oder eine fiese Erkältung – jeder von uns war bestimmt schon einmal von einer Krankheit während der Ausbildung betroffen.

Doch was machen, wenn die Gesundheit nicht ihren besten Tag hat, man etwas ausbrütet und der Körper dringend nach dem Bett schreit? Das hört sich ganz nach einer Krankmeldung an.

Wir klären auf, was du wissen und machen musst, damit du während der Ausbildung problemlos krank im Bett bleiben kannst, ohne dass du etwas Wichtiges vergisst.

Wie meldet man sich krank?

Eine Krankmeldung ist nicht immer eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt. In vielen Betrieben reicht es, wenn man wegen einer 24-Stunden-Grippe einen Tag zu Hause bleibt, morgens im Büro anzurufen und sich mündlich krank zu melden.

Und dabei ist es wichtig, dass du dich sofort meldest und nicht erst die Diagnose des Arztes abwartest. Letzteres kann im schlimmsten Fall zu einer Abmahnung führen.

Schau am besten in deinem Ausbildungsvertrag nach, denn dort wurde schriftlich festgehalten welche Fristen zur Krankmeldung du einhalten musst! Dein Arbeitgeber darf ab dem ersten Tag, an dem du wegen Krankheit fehlst, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt verlangen. Spätestens am dritten Tag musst du ein ärztliches Attest vorlegen.

Unsere Checkliste zum Krankmelden:

  • Sofort in der Kanzlei anrufen, notfalls den Chef oder einen direkten Kollegen auf der Privatnummer, wenn es sein muss
  • Zum Arzt gehen
  • Nach dem Arztbesuch in der Kanzlei anrufen und die Dauer der Erkrankung melden
  • Attest bis spätestens zum dritten Tag einreichen (wenn nichts Anderes im Vertrag steht)

Unser Tipp: Du kannst das Attest vorab einscannen und per E-Mail an deinen Betrieb schicken, bevor du es am dritten Tag im Original einreichst. Das macht einen guten Eindruck! Ebenso macht es einen guten Eindruck, wenn du bereits am Telefon sagst, dass du „leider“ krank bist und vermutlich heute fehlen „musst“ – und natürlich, dass dir das Leid tut.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Entscheidet dein behandelnder Arzt, dass du arbeitsunfähig bist und im Bett bleiben solltest, bekommst du den sogenannten gelben Schein.

Auf dem Zettel für die Krankenkasse steht der sogenannte Diagnoseschlüssel drauf. Es wird angegeben, von wann bis wann du krank bist und warum du krank bist. Diesen Zettel muss dein Arbeitgeber nicht in die Hände kriegen und sollte schnellstmöglich zur Versicherung geschickt werden.

Der Zettel, ohne des Diagnoseschlüssels, ist die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, die du bei deinem Arbeitgeber vorlegen musst.

Sollte dein Chef den Verdacht schöpfen, du würdest Krankmeldungen fälschen oder einfach nur zu Hause bleiben, weil du keine Lust hast und einen Arzt haben, den du überreden kannst, dich krank zu schreiben, kann er bei der Krankenkasse ein Gutachten anfordern.

Auch wenn du gesetzlich nicht dazu verpflichtet bist deinem Arbeitgeber den Krankheitsgrund mittzuteilen ist es manchmal ratsam ihn doch über die Diagnose zu unterrichten. Zum einen wird das Vertrauen gestärkt und zum anderen können, gerade bei ansteckenden Krankheiten, die Kollegen vorgewarnt werden, dass sie sich im schlechtesten Fall vielleicht angesteckt haben.

Krankmeldung fälschen – was kann passieren?

Es ist bereits leider vorgekommen, dass ein Auszubildender zum Steuerfachangestellten einer niedersächsischen Schule die Krankmeldung gefälscht hat, um in der Schule zu fehlen.

Man kann sich schnell eine Krankmeldung ausstellen, in der Schule anrufen, die Unterschrift des Ausbilders oder Arbeitgebers fälschen und das dann in der Berufsschule abgeben. Leider ging das durch einen blöden Fehler schief und die Fälscherei wurde aufgedeckt.

Der Auszubildende hat sämtliche Fehltage, die er sich ergaunert hat, als Urlaub angerechnet bekommen, Klausuren, die er wegen „Krankseins“ verpasst und nachgeschrieben hat, wurden allesamt mit sechs bewertet und unter’m Strich hatte er Glück, dass er seine Ausbildung nicht sofort verloren hat.

Wir sehen also: Fälscht niemals die Krankmeldung! Das ist Dokumentenfälschung, ggf. Versicherungsbetrug und strafbar.
Die Berufsschule hat den Auszubildenden obendrein noch angezeigt – tut so etwas niemals!

Krank im Urlaub – und jetzt?

Auch wenn du im Urlaub bist, solltest du im Falle einer Krankheit sofort im Betrieb anrufen. Denn wenn du krank bist, bist du krank und kannst deinen Urlaub nicht im Sinne von „Erholung“ nehmen.

Sobald du eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt erhalten hast, ist dein Urlaub für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit beendet – und wird fortgesetzt, solltest du am Ende der Erkrankung sowieso schon Urlaub haben.

Für die Krankheitszeit im Urlaub gilt dasselbe wie fürs Kranksein während der Ausbildungszeit:

  • Du musst dich gesundheitsfördernd verhalten
  • Das Attest muss am dritten Tag beim Arbeitgeber vorliegen
  • Du musst dich telefonisch und umgehend melden

Deine Urlaubstage werden dir im Nachhinein wieder gutgeschrieben. Das ist auch der Grund, wieso du während der Krankheit nicht verreisen darfst.

Klar, nach Hause zu deinen Eltern darfst du fahren – man geht bei jugendlichen Azubis davon aus, dass die Eltern einen bei Krankheit versorgen können. Aber sollte herauskommen, dass du krank auf Mallorca bist, kann es zu einer fristlosen Kündigung kommen.

Zwar kann ein Mallorca-Urlaub gesundheitsfördernd für Depressive und Burn-Out-Patienten sein, aber denke mal an die Sicht deines Arbeitgebers: Kommt das heraus, fühlt er sich hintergangen und du gerätst in Erklärungsnot.

Als Kranker sich nicht zu trauen, das Haus zu verlassen, ist übrigens Schwachsinn. Du darfst selbstverständlich einkaufen gehen, Spaziergänge machen und sogar in der Sauna darf man dich, wenn du kein Fieber hast, antreffen.

 

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Den Arbeitgeber verstehen

Versetze dich mal in die Lage deines Chefs.

Hat der Betrieb weniger als 30 Arbeitnehmer? Dann nimmt er am Umlage-1-Verfahren teil und bekommt von der Krankenkasse einen Prozentsatz von 40 – 80% deiner Ausbildungsvergütung zurückerstattet, wenn du krank bist.

Rechnen wir hier mal mit 30 Kalendertagen, einer Ausbildungsvergütung von 750,00€ und einem U1-Satz von 70%. Täglich „kostest“ du 25,00€ plus gerundet 4,84€ Arbeitgeber-Anteile zur Sozialversicherung. Fehlst du eine Woche, so werden für dich noch immer die Zahlungen von 125,00€ + 24,20€ geleistet.

Erhält der Arbeitgeber davon 70% deines Bruttos, so zahlt er noch immer 37,50€ + 7,26€. Und dazu muss dich jemand vertreten, falls du schon eigene Aufgaben hast, die du eigenverantwortlich löst.

Hat der Betrieb mehr als 30 Arbeitnehmer, so kostest du deinen Chef 125,00€ + 24,20€ für eine Woche, in der du krank bist, wenn du das oben genannte Gehalt kriegen solltest. Das ist ein Haufen Kohle. Betriebe mit mehr als 30 Arbeitnehmern können nämlich nicht an der U1-Umlage teilnehmen und bleiben auf den Kosten sitzen.

Bekommt der Arbeitgeber also mit, dass du zu Unrecht gefehlt hast, bricht das sein Vertrauen zu dir in enormem Ausmaß. Du genießt freie Zeit auf seine Kosten, die du dir, ohne zu fragen, genommen hast.

Ein guter Azubi tut so etwas natürlich nie!

 

Wie sieht es mit dir aus? Hand aufs Herz: Bist du immer nur krank, wenn du wirklich nicht arbeiten kannst? Müsst ihr die Krankmeldung in eurem Betrieb auch sofort vorlegen? Wurdest du schon mal nach deiner Erkrankung gefragt? Wir sind interessiert an deiner Meinung!

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