StFachAngAusbOrg – eine kurze Zusammenfassung

Steuerfachangestelltenausbildungsordnung
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Die Verordnung über die Berufsausbildung zur Steuerfachangestellten

StFachAngAusbOrg. Klingt komisch, ist aber so: Es gibt eine Steuerfachangestelltenausbildungsordnung. Mit einem Ausfertigungsdatum im Jahre 1996 und einem Umfang von 10 Paragraphen auf 4 DinA4-Seiten ist sie nicht die aktuellste oder größte Ausbildungsordnung.

Aber sie ist noch immer gültig und bindend für jeden Steuerberater oder sonstigen Steuerbevollmächtigten, der Steuerfachangestellte ausbildet.

Aber was steht drin? Wozu ist diese Ausbildungsordnung da?  

Allgemeine Regelungen der Steuerfachangestelltenausbildungsordnung

In den ersten Paragraphen ist geregelt, dass der Ausbildungsberuf des Steuerfachangestellten ein staatlich anerkannter Beruf ist, dass die Ausbildung drei Jahre dauert und welche Fertigkeiten und Kenntnisse – ganz grob – vermittelt werden müssen.

So soll jede Steuerfachangestellte im Laufe ihrer Ausbildung…

  • etwas von Arbeitssicherheit und Umweltschutz gehört haben,
  • Buchführungs- und Abschlusstechniken beherrschen,
  • Lohn- und Gehaltsabrechnungen erstellen können,
  • Abschlüsse erstellen
  • und ein Profi in allen Steuerthemen werden.

In der StFachAngAusbOrg ist ebenfalls festgehalten, dass während unserer Ausbildung das Thema Vermögensteuer hinreichend behandelt werden soll. Da diese Steuer derzeit (Stand: 2016) nicht erhoben wird, brauchen wir etwas, das aktueller und detaillierter ist als diese Ausbildungsordnung.

Hilfe bietet uns an dieser Stelle das berufsrechtliche Handbuch, genauer der Abschnitt 6.1.3 (ab Seite 560 / 1068) Hinweise zum Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung. Hier wird der Ausbildungsrahmenplan, wie wir ihn als Vorlage von der zuständigen Steuerberaterkammer kennen, genauer unter die Lupe genommen und Erläuterungen zu den einzelnen Themen angestellt.

Wir sehen also: In Kombination mit dem berufsrechtlichen Handbuch bietet die StFachAngAusbOrg eine gute Grundlage für unseren Ausbildungsberuf. Aber es werden weitere Vorschriften getroffen:

  • Die Existenz eines Ausbildungsrahmenplans (sachliche Gliederung) ist in § 4 geregelt.
  • Gemäß § 5 ist ein betrieblicher Ausbildungsplan (zeitliche Gliederung) zu erstellen.
  • Dass unser Ausbildungsnachweis das klassische Berichtsheft ersetzt, regelt § 6.

 

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Prüfungsvorschriften gemäß der StFachAngAusbOrg

In § 7 ist geregelt, dass unsere Zwischenprüfung vor dem Ende des zweiten Lehrjahres durchgeführt werden muss und welche Bestandteile in der Zwischenprüfung drankommen!

Abgesehen von den Prüfungsfächern und der Prüfungsdauer von höchstens insgesamt 3 Stunden verweist § 7 auf die Anlagen der Ausbildungsordnung, in welchen der uns bereits bekannte Ausbildungsrahmenplan 1 zu 1 angesprochen wird.

Das bedeutet, Prüfungsbestandteil der Zwischenprüfung sind die Inhalte des Ausbildungsrahmenplans bis zum Zeitpunkt der Prüfung sowie die Inhalte des Rahmenlehrplans bis zum Zeitpunkt der Prüfung.

Klingt sehr allgemein, oder? Das ist es auch.

Im Grunde regelt die StFachAngAusbOrg lediglich das Drumherum der Ausbildung und nichts, was wirklich konkret ist.

Für die Abschlussprüfung sieht die Ausbildungsordnung in § 8 ab Absatz 1 folgende Vorschriften vor:

Die Abschlussprüfung beinhaltet die Lehrinhalte aus Schule und Betrieb. Es gibt einen schriftlichen und einen mündlichen Teil.

Schriftliche Bestandteile sind Steuerlehre, Rechnungswesen und Wirtschafts- und Sozialkunde. Die schriftlichen Prüfungen dauern 150 Minuten für Steuerlehre, 120 Minuten für Rechnungswesen und 90 Minuten für Wirtschafts- und Sozialkunde.

  • 8 Absatz 5 regelt, dass die mündliche Prüfung „mandantenorientiertes Sachgespräch“ heißt und geht darauf genauer ein. Melchior hat dazu einen sehr guten Artikel geschrieben.

Dieser Paragraph schließt die Ausbildungsordnung mit kurzen Regelungen darüber, ab wann man durch die Prüfung durchfällt und wie die Prüfungsfächer gewichtet werden (Spoiler: Jedes der vier Prüfungsfächer zählt zu 25 % in die Endnote hinein!) und schon ist unsere Ausbildungsordnung auch wieder zu Ende.

Warum gibt es diese Ausbildungsordnung?

Nach diesem eher ernüchternden Ausflug in die Steuerfachangestelltenausbildungsordnung muss ich gestehen: Das wusste ich alles schon. Das war mir nicht neu. Und das berufsrechtliche Handbuch enthält deutlich mehr und deutlich detailliertere Vorschriften für den Ausbildungsberuf zur Steuerfachangestellten.

Aber die Ausbildungsordnung verhält sich zu unserer Ausbildung wie das Grundgesetz zum gesellschaftlichen Leben in Deutschland: Einige Regelungen müssen einfach vorhanden sein, damit sie wirksam sind. Vor allem, damit sie in ganz Deutschland einheitlich wirksam sind.

Wir kennen die Inhalte der Ausbildungsordnung sehr gut und womöglich auch auswendig, weil sie uns häufig erzählt werden: Von Berufsschullehrern, Kollegen, Ausbildern oder Mit-Azubis. Sie werden uns allerdings nur häufig erzählt, weil sie gesetzlich geregelt wurden.

[ultimate_info_table design_style=”design02″ color_scheme=”gray”]Wusstest du, dass § 5 regelt, dass der Ausbildende einen betrieblichen Ausbildungsplan erstellen muss, dies aber die Regelung der Ausbildungsordnung ist, gegen die im Durchschnitt die meisten Ausbilder verstoßen? 33,2 % der Auszubildenden in Deutschland hatten 2013 laut Ausbildungsreport (Abschnitt 2.1.1 auf Seite 23 / 72) der DGB keinen betrieblichen Ausbildungsplan. Im Jahr 2015 sind es gemäß Ausbildungsreport 2015 – Überraschung! – noch immer 33 %.[/ultimate_info_table]

So viel zur Steuerfachangestelltenausbildungsordnung. Ein Wort mit 40 Buchstaben, wohinter gar nicht allzu viel Information steckt. Aber fundamentale Gesetze sind überall wichtig, so wie die Abgabenordnung für die Umsatzsteuer und das Grundgesetz für unser Zusammenleben.

Wie sieht’s mit dir aus? Hat die Ausbildungsordnung etwas enthalten, was du noch nicht kanntest? Wusstest du überhaupt, dass es eine Ausbildungsordnung gibt? Hinterlasse uns gerne einen Kommentar oder erzähle uns im Forum davon.

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