Woher kommt die Kohle? – Wie Azubis ihr Azubigehalt aufbessern

Azubigehalt
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Wie bessern Auszubildende zum oder zur Steuerfachangestellten ihr Azubigehalt auf? Das habe ich euch in einer Umfrage gefragt und ihr habt mit sehr reger Beteiligung abgestimmt.

Das Kurzergebnis: Die meisten Steuerazubis stocken ihr Gehalt gar nicht auf.

Interessant zu diesem Thema ist auch unser Artikel über die Höhe des Ausbildungsgehaltes: Die Ausbildungsvergütung von Steuerfachangestellten – Große Unterschiede bei gleicher Tätigkeit

Eure Wege, euer Azubigehalt aufzubessern

Bevor ich auf einige Punkte im Detail eingehe, erst einmal das Umfrageergebnis:

  • gar nicht – 40 Stimmen (28,36 %)
  • Unterstützung durch Eltern – 33 Stimmen (23,40 %)
  • Nebenjob – 27 Stimmen (19,14 %)
  • eigenes Kindergeld – 13 Stimmen ( 9,02 %)
  • Sonstiges – 11 Stimmen ( 7,80 %)
  • Berufsausbildungsbeihilfe BAB – 10 Stimmen ( 7,09 %)
  • Selbstständigkeit – 5 Stimmen ( 3,54 %)
  • Stipendium – 2 Stimmen ( 1,42 %)

Auch interessant ist unser gleichnamiger Forenbeitrag zum Thema Azubigehalt aufbessern.

Fast ein Drittel bessert sein Azubigehalt gar nicht auf

Mit 40 Stimmen haben die meisten von euch angegeben, dass sie ihr Ausbildungsgehalt gar nicht aufbessern. Klar, Lehrjahre sind keine Herrenjahre und es ist gut vorstellbar, dass viele Auszubildende zur Steuerfachangestellten gar keine Zeit haben, ihr Ausbildungsgehalt aufzubessern.

Auch viele Auszubildende, die direkt nach ihrem Schulabschluss die Ausbildung beginnen, genießen es noch, bei den Eltern zu wohnen und haben so gar keinen Bedarf, das Azubigehalt aufzubessern.

Etwa ein Viertel der Azubis erhält Unterstützung von den Eltern

Wie schon erwähnt, genießen viele – insbesondere die jüngeren – Azubis das Wohnen unter einem Dach mit den Eltern in ihren Jugendzimmern. Aber nicht nur das zählt zur Unterstützung seitens der Eltern: Auch Unterhaltszahlungen bei geschiedenen Elternteilen können sich als eine solche Aufstockung des Azubigehalts zeigen.

Die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) wird beispielsweise nicht gezahlt, wenn die Eltern zu viel verdienen. Auch dann sind deine Eltern bis zur Vollendung deines 25. Lebensjahres verpflichtet, für deine Unterkunft zu sorgen.

Reicht das Azubigehalt nicht aus, stocken sie es dir (in der Regel) gerne auf.

 

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Wenn nichts anderes geht – der Nebenjob

Einen Nebenjob neben der Ausbildung hat etwa jeder Fünfte (19,14 %) von euch.

Es kann hart sein, zu einer 40-Stunden-Woche nebenbei noch zu arbeiten, um genügend Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen, aber das macht stark für die Zukunft und von dem Geld, das schließlich auf dem Konto landet, kann man sich dann auch so einiges leisten.

Suchst du nach einem Nebenjob?

Dann beachte unbedingt, dass dein Chef darüber Bescheid wissen muss. Bei deinem Nebenjob hat dein Chef nämlich eicht Wort mitzureden und kann ihn dir unter Umständen auch verbieten. Das darf er immer wenn seine Interessen betroffen sind. Das ist im Wesentlichen bei zwei Dingen der Fall:

  • Arbeiten für die Konkurrenz: Du darfst deinem Hauptarbeitgeber keine Konkurrenz machen
  • Deine Erholung: Du darfst für den Nebenjob nicht soviel Zeit aufwenden, dass du im Hauptjob nicht müde, unkonzentriert bist und die Ausbildung leidet.

Zusätzlich gibt es Einschränkungen durch das Arbeitszeitgesetz. Nach diesem Gesetz (§ 3 ArbZG) darf die tägliche Arbeitszeit 8 Stunden (an den Tagen Montag bis Samstag) nicht überschreiten. Zwar kann sie in Ausnahmefällen auf bis zu zehn Stunden verlängert werden, aber nach einem achtstündigen Arbeitstag einen Nebenjob für genau zwei Stunden täglich zu finden ist nicht im Sinne der Ausbildung.

Für minderjährige Azubis ist ein Nebenjob sowieso absolut tabu – sie dürfen nur an fünf Tagen in der Woche insgesamt maximal 40 Stunden arbeiten, das Ganze auch nur in der Zeit zwischen 6 und 20 Uhr.

Aber volljährige Azubis dürfen ihr Azubigehalt aufbessern – im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten.

Denkbar sind Nebenjobs in Restaurants, Cafés, Bars und Spielotheken, aber auch morgendliches Zeitungverteilen für Frühaufsteher gehört zu den Nebenjobs, durch welche man sich sein Azubigehalt aufbessern kann.

Die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) wird bei einem 450-Euro-Job übrigens nicht gekürzt.

Berufsausbildungsbeihilfe BAB

Nur 10 Azubis geben an, Berufsausbildungsbeihilfe zu erhalten.

Der Antrag zur Berufsausbildungsbeihilfe ist ziemlich einfach zu stellen und benötigt grob gesagt Informationen zu deinem Einkommen und dem Einkommen deiner Eltern vor zwei Jahren. Dazu müssen deine Eltern und du “wenig genug” verdienen, um einen Anspruch auf diese Aufstockung des Azubigehalts zu erhalten.

Über den Daumen gerechnet wird dein Gehalt auf einen Betrag von ca. 700 – 900 Euro netto im Monat aufgestockt – natürlich abhängig von deiner finanziellen Situation und deiner Familie. In der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) ist auch ein Pauschalbetrag für die Miete enthalten, der aber (wie beim Studenten-BAFöG) die Mietkosten nicht vollständig abdeckt.

Aber es ist natürlich eine schöne Möglichkeit, das Azubigehalt aufzubessern, wenn man die Anträge erst einmal hinter sich gebracht hat.

Eigenes Kindergeld

Nur 10 von euch haben abgestimmt, dass sie ihr eigenes Kindergeld zur Aufstockung des Azubigehalts bekommen.

Das kann daran liegen, dass die Azubis, die das Kindergeld hier nicht gewählt haben, keines bekommen, weil sie über 25 Jahre alt sind oder weil sie bei den Eltern wohnen und die Eltern das Kindergeld erhalten, oder aber auch, weil sie bereits eine Ausbildung abgeschlossen haben.

Denn das Kindergeld wird nur gezahlt, solange man unter 25 Jahren alt und in der ersten Ausbildung ist.

Bisher betrug das Kindergeld für das 1. und 2. Kind jeweils EUR 184,00, für das 3. Kind EUR 190,00 und für das 4. und alle weiteren Kinder jeweils EUR 215,00 pro Monat. Vor Kurzem (zum 01.01.2015) wurde das Kindergeld um jeweils 4 Euro erhöht, sodass das 3. Kind jetzt beispielsweise EUR 194,00 an Kindergeld bekommt (Quelle: kindergeld.org).

Ab 2016 soll das Kindergeld erneut erhöht werden. Ab 2016 kannst du als 1. oder 2. Kind (welches noch Kindergeld erhält) EUR 190,00 monatliches Kindergeld erhalten.

Sonstige Möglichkeiten, das Azubigehalt aufzubessern

Ein Stipendium erhalten nur 2 von euch, die abgestimmt haben und bilden somit das Schlusslicht der Möglichkeiten, das Azubigehalt aufzubessern.

5 Stimmen gaben an, durch selbstständige Arbeit das Azubigehalt aufzustocken – das macht 3,54 % der abgegebenen Stimmen aus. Wenn es dich interessiert, selbstständig neben der Ausbildung tätig zu sein, beteilige dich doch mal an einer entsprechenden Diskussion im Forum.

Bedenke, dass man für eine Selbstständigkeit einen Gewerbeschein benötigt oder als Freiberufler gemeldet sein muss. Du kannst nicht einfach so selbstständig arbeiten und Rechnungen schreiben!

Das waren die Möglichkeiten eines Azubis, sein Gehalt aufzubessern. Elf von euch gaben “Sonstiges” an – mit welchen sonstigen Methoden stockt ihr euer Azubigehalt auf?

Schreib mir doch einen Kommentar unter diesen Artikel oder beteilige dich im Forum an der Diskussion zu dem Thema: Wie bessert ihr euer Azubigehalt auf?

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1 Kommentar
    • Avatar
      Sabrina Lütz
      Jul 07, 2016 12:12 pm Reply

      Kindergeld erhält auch, wer in der zweiten, dritten usw. Ausbildung ist. Hier ist jedoch zu prüfen, ob schädliche Einkünfte vorliegen!

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