Basics der Finanzbuchhaltung im Überblick

Finanzbuchhalter/in ein gefragter Beruf
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Die Finanzbuchhaltung nimmt einen großen Raum im Tagesgeschäft eines Steuerfachangestellten ein. Die Anekdoten von den Handwerkern, die ihre Belege im Schuhkarton vorbeibringen, sind in der Branche geläufig und die Praxis zeigt immer wieder: Es sind keine Märchen. Was also tun, wenn im Berufsleben ein Mandant quasi keine Buchhaltung führt und seine Belegsammlungen in der Steuerkanzlei abgibt und die eigenen Kenntnisse vielleicht nicht mehr ganz auf dem aktuellsten Stand sind?

Steuersoftware mit Buchhaltungstool

Programme in denen die Buchungen schnell eingepflegt werden können, teilweise sogar gescannt und automatisiert verarbeitet, sind natürlich eine große Hilfe im Alltag. Allerdings führen sie auch dazu, dass die genauen Zusammenhänge von Konten und Buchungen aus dem Fokus und vielleicht sogar in Vergessenheit geraten. Regelmäßige Weiterbildungen sind für Steuerfachangestellte daher das A und O. Für die Buchhaltung gibt es Weiterbildungen, in denen die Softwareanwendungen vorgestellt oder die Basics der Finanzbuchhaltung aufgefrischt und vertieft werden.

Wie kurzfristig sich gerade in Steuerbelangen etwas ändern kann, hat kürzlich die temporäre Mehrwertsteuersenkung gezeigt. Auch Steuerfreibeträge werden mal angehoben, abgeschafft oder neu eingerichtet und die Gesetze verändern sich jährlich. Das bedeutet, auch nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung, ist es nicht vorbei mit dem Lernen. Zumal viele Absolventen unmittelbar nach der Ausbildung immer noch einzelne Fachbereiche haben, in denen sich Defizite zeigen. Seminare mit Praxisanteilen sind hier eine gute Lösung, um Theorie auf die Praxis übertragen zu lernen und fachlich aufzuholen.

Worum geht es in der Finanzbuchhaltung?

Die FiBu (Finanzbuchhaltung) ist der Teil des betrieblichen Rechnungswesens, der sich mit Zahlungsverpflichtungen und Forderungen des Unternehmens beschäftigt und die Aufwendungen und Erträge verbucht und auswertet.

In vielen, vor allem großen Unternehmen, ist die FiBu noch einmal unterteilt in Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung.

Geschäftsvorfälle werden nach den buchhalterischen Kriterien erfasst (Chronologie, sachliche Richtigkeit etc.). Am Ende der Finanzbuchhaltung steht der Jahresabschluss, der entweder in eine Bilanz und GuV (Gewinn- und Verlustrechnung) einfließt. Unternehmer die nicht zur Buchführung verpflichtet sind (weniger als 60 000 Euro Gewinn),  lassen aber die FiBu oft trotzdem ordnungsgemäß vornehmen, weil sie für die Einreichung von Steuererklären eine EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) brauchen.

Die Aufgaben der Finanzbuchhaltung sind:

  • Dokumentation aller Geschäftsvorfälle
  • Bestandsermittlungen
  • Ermittlung von Bestandsveränderungen
  • Erfolgsermittlung
  • Schaffung der Grundlage für die Besteuerung

Für die Finanzbuchhaltung eigenen sich Mitarbeiter, die gern mit Zahlen arbeiten, Genauigkeit und Sorgfalt walten lassen und Terminorientiert arbeiten können. Rechnungen müssen ebenso termingerecht erstellt und verschickt werden, wie auch die Zahlungseingänge zu überprüfen und ggf. Zahlungen anzumahnen sind. Auch Meldungen ans Finanzamt sind an feste Termine gebunden, die eingehalten werden müssen. Im Umgang mit Computer und Software sollte Übung vorhanden sein. Der Wunsch und Wille, sich weiterzubilden, ist ebenfalls eine Voraussetzung, die gern gesehen ist.

Die Verantwortung in der Finanzbuchhaltung ist sehr groß, daher legen Steuerkanzleien oder Unternehmen großen Wert auf einen einwandfreien Leumund und Korrektness.

Auftrag über die Finanzbuchhaltung ist auch ein Vertrauensbeweis

Ddass ein Kunde mit seiner Finanzbuchhaltung zum Steuerberater kommt, ist ein großer Vertrauensbeweis. Die finanzielle Seite seines Unternehmens oder auch den privaten Kontostand, vertraut man nicht jedem an. Daher hat der Steuerberater natürlich auch eine große Verantwortung, wenn ein Kunde mit dem Wunsch an ihn herantritt, die Finanzbuchhaltung extern bei ihm machen zu lassen. Er vertraut darauf, dass ein Fachmann die Angelegenheit in die Hand nimmt und er mit seinem Problem in guten Händen ist.

Gerade, wenn die Buchhaltung überhaupt erst eingerichtet wird, bietet sich noch viel Mitgestaltungspotential, wie die Einrichtung der Kontenrahmen etc.

Fortbildungen (nicht nur in Finanzbuchhaltung) können sogar staatlich gefördert werden. Das bedeutet für weiterbildungsbereite Fachkräfte, dass sie sich spezialisieren oder auch aufbauende Berufsabschlüsse erreichen können. Der Steuerfachwirt kann auf diese Weise auch berufsbegleitend erlangt und bei einigen Bildungsträgern sogar im Fernstudium absolviert werden.

Steuerberatung – ein Beruf der immer gefragt ist

Steuern werden schon seit der vorchristlichen Zeit erhoben und solange es gesellschaftliches Leben mit Gemeingütern gibt, die es zu erhalten, bauen und reparieren gilt, wird es auch immer Steuern geben. Es lohnt sich daher, sich die Karrieremöglichkeiten im Steuerbereich genau anzuschauen und früh seinen Lernfahrplan zu erstellen. Dabei gibt es für jeden Bildungsweg geeignete Einstiege und spezielle Fortbildungsangebote. So können Bürokaufleute sich auf Finanzbuchhaltung spezialisieren und einen Einstieg in Steuerbüros finden, wo sie später speziell auf Steuern ausgerichtete Weiterbildungen besuchen und sich extern zur Prüfung zum Steuerberater anmelden. Um die auch erfolgreich bestehen zu können, gibt es Vorbereitungsseminare, die für die Prüfung fit machen. Meist werden dort auch Prüfungen aus den Vorjahren bearbeitet, die schon etwas Sicherheit geben und helfen, so eine Prüfung auch erfolgreich ablegen zu können.

Ein Betriebswirtschaftliches Studium ist ebenfalls eine Option, die aufbauend auf eine kaufmännische Grundausbildung, als Direktstudium an der Universität oder dual in Wirtschaftsunternehmen und Steuerkanzleien den Weg zur eigenen Unternehmensberatung, Wirtschaftsprüfung oder Steuerberatung ebnen können. Eine ganz spannende Sparte ist die Arbeit im Steuerrecht.

Verbandsarbeit als Karrieremöglichkeit

Verschiedene Verbände, haben sich unterschiedliche Ziele gesetzt. Der Bund der Steuerzahler, möchte beispielsweise Unternehmern die relevanten Steuerinformationen zukommen lassen und ihnen helfen, durch Steuerbestimmungen Geld zu sparen oder in sinnvolle Kanäle fließen zu lassen. Dabei steht auch das Mitarbeiterwohl (Betriebsrenten etc.) im Fokus und für die Redaktion der Merkblätter, Webseiten oder auch zur Mitgliederbetreuung sind Steuerfachkräfte gefragt.

Der Lohnsteuerhilfeverein, der sich an angestellte Arbeitnehmer wendet, ist für viele, die mit der Bürokratie überfordert sind, eine sehr große Hilfe und sucht auch regelmäßig Mitarbeiter für die Mitgliederbetreuung, aber auch Koryphäen, die Seminare geben.

Gerade in der Verbandsarbeit können weitere Interessen mit eingebracht werden. Die Recherchen zum Schwarzbuch beispielsweise, setzen ein Interesse an Kommunal- und Bundespolitik voraus.

Der Bund der Steuerzahler ist bekannt für seine Musterprozesse, die in der Vergangenheit großes bewirkt haben. So wurde gegen die rückwirkende Besteuerung von Arbeitnehmerabfindungen erfolgreich geklagt und auch die Pendlerpauschale, die ab 2007 erst ab dem 21. Kilometer gelten sollte, musste wieder auf den gesamten Arbeitsweg angewendet werden. Wer hier mitarbeiten darf, braucht journalistisches Gespür und steuerrechtliches Wissen.

Und natürlich hat jeder Verband auch einen eigenen Verwaltungsapparat, der selbst Buchführungspflichtig ist und Mitarbeiter mit Kenntnissen aus Steuern, Finanzbuchhaltung und EDV braucht.

Fazit: Das Steuerwesen bietet ein sehr breites Feld für berufliche Betätigungen. Mit Weiterbildungen können Karrierewege eingeschlagen werden, die einem zu Beginn einer Ausbildung nicht möglich scheinen.

 

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