Übungsaufgabe – Einkommensteuer: Ermittlung der Einkunftsart und der Einkünfte

0

Sachverhalt

Die Gesellschafter der Draht & Hammer GmbH, Dieter Draht und Hans Hammer, beschlossen am 15.03.2012, dass sie aus dem Jahresergebnis 2011 der GmbH eine Ausschüttung von insgesamt 70.000 € erhalten. Draht besitzt eine Beteiligung von 80 % und Hammer eine Beteiligung von 20 % an dem Unternehmen. Dabei gehört die Beteiligung von Draht zum Betriebsvermögen seiner Firma Draht e.K.; Hammer hält seine GmbH-Beteiligung im Privatvermögen.

Die Netto-Ausschüttungen wurden dem Draht in Höhe von 41.230 € und dem Hammer in Höhe von 10.307,50 € am 02.04.2012 überwiesen.

Beide Gesellschafter haben für den Veranlagungszeitraum 2012 keine weiteren Beteiligungs- oder Zinserträge erzielt.

Im Jahr 2012 hatte Draht im Zusammenhang mit seiner Beteiligung Aufwendungen von 2.500 €. Hammer kann für seine Beteiligung Werbungskosten von 1.800 € anhand von Belegen nachweisen. Anträge nach § 32d Abs. 2 Nr. 3 Buchst. b) wurden nicht gestellt. Beide Steuerpflichtigen sind ledig.

 

Aufgaben

  1. Geben Sie an, welcher Einkunftsart die Beteiligungserträge zuzurechnen sind.
  2. Ermitteln Sie die Höhe der steuerpflichtigen Einkünfte aus den Beteiligungen für den Veranlagungszeitraum 2012.

 

Lösung

  1. Die Ausschüttung gehört bei Draht zu seinen Einkünften aus Gewerbebetrieb, da er die Beteiligung im Betriebsvermögen hält. Hier gilt das so genannte Subsidiaritätsprinzip, § 15 Abs. 1 Nr. 1 EStG i.V.m. § 20 Abs. 8 EStG.
    Für Hammer ist die Ausschüttung unter den Einkünften aus Kapitalvermögen zu berücksichtigen, § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG.
  2. Die steuerpflichtigen Einkünfte der beiden Gesellschafter ergeben sich wie folgt:
    1. Draht:
Nettoausschüttung (= 73,625 % der Bruttoausschüttung) 41.230 €  
+ KapESt (25 % der Bruttoausschüttung) 14.000 €  
+ SolZ (5,5 % von 14.000 €) 770 €  
Betriebseinnahmen (Bruttoausschüttung) 56.000 €  
Davon steuerfrei (40 %), § 3 Nr. 40 d), § 3 Nr. 40 Satz 2 i.V.m. § 20 Abs. 8 EStG – 22.400 € 33.600 €
     
Betriebsausgaben 2.500 €  
Anteilige Kürzung (40 %), § 3c Abs. 2 EStG – 1.000 € -1.500 €
     
Steuerpflichtige Einkünfte   32.100 €

 

  1. Hammer:
Netto-Ausschüttung 10.307,50 €
+ KapESt (25 %) 3.500,00 €
+ SolZ (5,5 % von 14.000 €) 192,50 €
Einnahmen 14.000,00 €
   
Sparer-Pauschbetrag, § 20 Abs. 9 Satz 1 EStG – 801,00 €
   
Steuerpflichtige Einkünfte 13.199,00 €

 

Hinweis: Die tatsächliche Werbungskosten kann Hammer nach § 20 Abs. 9 Satz 1 EStG nicht abziehen.

 

Ähnliche Blogartikel

Hinterlasse uns einen Kommentar

DU WILLST MEHR?
Für Giveaways, Tipps und Unterstützung folg' uns auf Instagram oder tritt unserer Discord Community bei! :)