Jan – Das erste Halbjahr ist schon vorbei

Tagebuch
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Das erste Halbjahr der Ausbildung ist schon rum…

Damit kündigt sich auch das erste Zeugnis an … spannend! Mein Berufschullehrer (der regelmäßig jedes Jahr den landesbesten Steuerschüler “produziert”) erwartet von jedem in der Klasse mindestens eine 1.

Da führt kein Weg dran vorbei. Eine 2 geht gerade noch so durch, wird aber eher als Kanonenfutter betrachtet. Ich glaube, ich werde damit wohl ganz vorne an der Front meine Stellung beziehen müssen. Aber…. Ich bin noch im Spiel und kann mich zu einem Frontkämpfer beweisen.

Mein Versuch, eine kleine Einlage auf dem Privatkonto meines Steuerlehrers  zu platzieren, um die fehlenden 2.5% zur 1 zu überbrücken, wirkte sich zwar in Gelächter in der Klasse aus, jedoch verfehlte meine Mission im weitesten Sinne Ihr Ziel… Ich versuche es einfach im nächsten Halbjahr noch mal! 😉

Was ist sonst noch so passiert…

An meiner Arbeitsstelle gab es interessante Veränderungen. Einige Partner der Gesellschaft sind aus dem Unternehmen ausgetreten und machen nun eine eigene Kanzlei auf. Das hat einige durchaus interessante Herausforderungen mit sich gebracht.

Am Anfang der Ausbildung wurde sehr energisch und immer wider darauf hingewiesen, wie wichtig der Datenschutz und die Vertraulichkeit in unserem Berufszweig ist. Wir arbeiten in einem Bereich, der ständig Situationen bereit hält, in den man sich leicht versprechen kann oder eine Information von sich gibt, die vertraulich zu behandeln ist.

Auf diesem Wege möchte ich jedem, den es betrifft empfehlen, sich sehr genau und intensiv mit dem Thema Datenschutz/ Verschwiegenheit und auch Vertrauenswürdigkeit zu beschäftigen.

das erste Halbjahr

©fotomek-Fotolia.com

Was ich deutlich gemerkt habe, ist, dass in der Schule der Unterrichtsstoff und die Leistungserwartung erhöht wurden. Das zwingt einen, bzw. mich sich mehr und intensiver mit der heiligen Bibel, dem Steuerparagraphenbuch, zu beschäftigen und die Logik des Rechnungswesens zu verstehen, oder zu ignorieren (dafür einfach auswendig lernen).

Wir sind in der Steuerklasse mitleiweile 38 Leute, man könnte sagen, wir platzen aus allen Nähten.

Zum Lernen finde ich Lerngruppen ganz sinnvoll. Jeden Donnerstagabend bekomme ich Besuch von Mitschülern und wir lernen zusammen, oder machen einfach nur die Hausaufgaben zusammen. Wenn der eine etwas nicht versteht wird er von den Anderen erst ausgelacht und danach erklärt wie das Ganze zu verstehen ist.

Sollten wir uns überhaupt nicht einig werden zu einem Thema, dann wird das am Freitag in der Schule angesprochen, um Klarheit zu bekommen.

Auch nicht zu unterschätzen ist die Klassendynamik. Unsere Klasse ist an sich sehr hilfsbereit und entspannt. Es werden Termine vereinbart außerhalb der Schule, um sich kennen zu lernen.

Aufgaben werden verteilt, wer was zu Essen mitbringt und wer sich um das Bier , bzw. den O- Saft kümmert. Solche Maßnahmen stärken die Klasse und es macht dann auch einfach mehr Spaß, die Steuerhölle zu überstehen.

Dazu ein Zitat meines Steuerlehrers: „Wer Steuern nicht geil findet, hat hier nichts zu suchen!“ Sonst ist er aber ganz nett. Er macht das nun seit 28 Jahren….das bleibt halt nicht ohne Folgeschäden. ;)[sam id=”3″ codes=”true”]

 

Die praktische Arbeit in der Kanzlei ist nach wie vor interessant und hält ständig neue Herausforderungen bereit.

Ich bearbeite mittlerweile eigenständig Löhne (bis auf einen letzten Kontrollblick des Ausbilders).
Be- und verarbeite FIBU´s . Ich komme nun immer mehr in direkten Kontakt zum Mandanten. Wenn ich eine neue Fibu übernehme, schreibe ich den Mandanten an und stelle mich vor.

Ich gebe Auskunft über meinen noch jungen , aber gewaltigen Erfahrungsreichtum in Sachen Steuern und versichere, dass immer ein erfahrener Berater meine Arbeiten kontrolliert.

Das schöne an den Mandanten ist, dass sie eine Vielzahl an Fragen haben. Die wollen wissen, wie was funktioniert und was passiert, wenn… Das sind immer schöne Vorlagen für mich, das auch zu erfahren und dazu noch zusätzlich Fragen zu finden. Das Spannende ist ja nicht unbedingt zu wissen, dass etwas passiert, wenn etwas anderes vorweg passiert ist, sondern WARUM passiert das und WARUM nicht anders und in WELCHEM PARAGRAPHEN steht das und WARUM habe ich das vorher noch nicht gewusst.

das erste Halbjahr

©Coloures-Pic-Fotolia.com

Erst nach Klärung dieser Fragen können wir uns wieder hinsetzen und die Panik verschwindet langsam aus dem Gesicht und das herrliche Gefühl der befriedigten Neugier stellt sich ein.

In diesem Sinne wünsche ich allen Mitleidenden frohes Gelingen und allen, die sich noch überlegen etwas mit Steuern zu erlernen … Hals und Beinbruch.

Freundlichst

Der Jan

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