Die erste eigene Wohnung finanzieren – das gibt es zu beachten

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Mit dem Start deiner Ausbildung, kommt in dir wahrscheinlich auch der Wunsch auf, endlich bei deinen Eltern auszuziehen und dir eine eigene Wohnung aufzubauen. Schließlich haben die eigenen vier Wände einen ganz besonderen Stellenwert für die meisten Menschen und sind quasi der Inbegriff von Freiheit und einem Leben auf eigenen Beinen. Gleichzeitig kann es jedoch auch eine große Herausforderung sein. Vor allem als Azubi ist es oft schwer das Geld für zum Beispiel die Miete oder auch die Kaution aufzubringen. 

Gute Planung ist das A und O

Bevor du aus deinem Elternhaus ausziehst, solltest du dir also erst einmal ein Bild von deiner aktuellen finanziellen Situation machen. So weißt du, ob du dir eine eigene Wohnung überhaupt leisten kannst. Eventuell bekommst du ja Unterstützung von deinen Eltern.
Beachte auch, dass es manchmal tatsächlich Sinn macht, noch bei den Eltern wohnen zu bleiben. So kannst du dir Dinge leisten, die du dir mit einer Wohnung nicht leisten können wirst. Oder du sparst die ersten Monate, um eine größere Anschaffung machen zu können.
Azubis in der Steuerbranche verdienen im ersten Lehrjahr durchschnittlich zwischen 700 und 900 Euro brutto. Davon kannst du dir natürlich eine Wohnung von 600€ Warmmiete im Monat leisten, jedoch hast du dann, nichts mehr für dich selbst pbrig. Nicht mal, um deine Lebensmittel bezahlen zu können. Eine teure Wohnung macht am Anfang also wenig Sinn. Stell dich also auf Abstriche ein, die du bei deiner ersten Wohnung machen werden musst. 

In der Regel sagt man, dass die Miete nicht mehr als 30 Prozent des Nettoeinkommens ausmachen sollte. So hast du genug über, um über die Runden zu kommen. 

Der schwierigste Punkt – die Kaution

Eine neue Wohnung bedeutet immer, dass du eine Kaution bei deinem Vermieter hinterlassen musst. Dieser darf eine Zahlung von dir verlangen, die maximal drei Monatskaltmieten entspricht. Im Idealfall konntest du bereits etwas sparen und kannst die Kaution von dieser Summer begleichen. Oder du hast Verwandte die dir aushelfen können. Sollte dies nicht der Fall sein, gibt es noch die Möglichkeit, einen Kredit aufzunehmen. Überlege dir jedoch gut, ob du diesen Schritt gehen willst. Ein Kredit muss monatlich abbezahlt werden und kann dich schnell in eine Schuldenfalle bringen. Deshalb sollte das immer der letzte Schritt sein, den du gehst.
Hast du trotzdem die Entscheidung getroffen, musst du folgende Voraussetzungen erfüllen, damit der Antrag überhaupt bewilligt wird: 

  • Du musst mindestens 18 Jahre alt sein, denn in der Regel lehnen die Banken minderjährige Kreditnehmer ab. Außerdem muss dein Wohnsitz in Deutschland sein. 

  • Eine größere Hürde könnte ein möglicher Schufa-Eintrag sein. Bevor du deinen Kredit beantragst, solltest du dich deshalb darüber informieren. Was viele nicht wissen, seit der DSGVO ist es bei der Schufa zu jeder Zeit möglich seine eigene Bonität zu überprüfen. Sollte tatsächlich ein negativer Eintrag vorhanden sein, kannst du nicht gerechtfertigte Daten entfernen lassen.

  • Ein regelmäßiges Einkommen ist wichtig, damit die Bank sicher sein kann, dass du deine Schulden hinterher auch abbezahlen kannst.

  • Bürgen können die Chancen auf eine Auszahlung der Kreditsumme deutlich erhöhen. Beispielsweise können das deine Eltern sein, die damit versichern, dass sie deine Schulden übernehmen, falls du sie nicht zurückzahlen kannst. Beachte aber, dass auch sie ein regelmäßiges Einkommen vorweisen müssen.

  • Wenn du in der Ausbildung steckst, solltest du bereits die Probezeit überstanden haben. Hast du mit deiner Lehre erst angefangen, stehen die Chancen eher schlecht, dass du den Kredit bekommst. 

BAB beantragen

Du solltest auf jeden Fall versuchen die Berufsausbildungshilfe oder kurz BAB zu beantragen. Diese ist eine tolle Möglichkeit, um dein Leben neben der Ausbildung zu finanzieren. Die Förderung kannst du bei der Bundesarbeitsagentur beantragt werden.
Damit du diese Förderung bekommst, muss mindestens einer der folgenden Aspekte auf dich zutreffen:

  • Du bereitest dich im Rahmen einer Bildungsmaßnahme auf deine kommende Ausbildung vor, für den Fall, dass du noch nicht die passende Stelle für dich gefunden hast. 

  • Du absolvierst gerade eine Berufsausbildung. Doch dein Arbeitsplatz ist so weit von deinen Eltern entfernt, dass du nicht mehr bei ihnen wohnen bleiben kannst.

  • Du machst eine Ausbildung und bist schon volljährig

  • Du bist während deiner Berufsausbildung schon verheiratet oder lebst mit deiner Partnerin oder deinem Partner zusammen.

  • Du hast ein Kind, absolvierst gleichzeitig deine Ausbildung und wohnst nicht mehr bei deinen Eltern.

Keinen Anspruch auf BAB hast du allerdings, wenn du eine schulische Ausbildung machst oder bereits Leistungen von einer anderen Behörde erhältst, die vergleichbar mit der Berufsausbildungshilfe sind. Ob du Anspruch auf die Förderung hast und wie hoch der Betrag am Ende in Etwa sein wird, kannst du online mit einem Rechner der Bundesagentur für Arbeit ermitteln. 

Unterstützung durch Eltern und Kindergeld

Jedes Kind hat ein Anrecht auf die Finanzierung einer Ausbildung durch seine Eltern. In den meisten Fällen geben Eltern ihren Kindern auch alles was ihnen möglich ist.
Jedoch gibt es auch Familien, in denen das Ganze nicht so harmonisch abläuft. Dann kannst du deinen geltenden Anspruch anhand der sogenannten Düsseldorfer Tabelle berechnen. Sollte es hart auf hart kommen, kann dieser monatliche Zuschuss sogar eingeklagt werden.
Deine Eltern möchten dich unterstützen, wissen aber nicht wie? Hier kommt das Kindergeld ins Spiel, dass seit dem 01. Januar 2020 mindestens 204 pro Kind pro Monat beträgt. Das Kindergeld wird während der Ausbildungszeit noch bis zum 25. Lebensjahr gezahlt. 


Ist die erste eigene Wohnung während der Ausbildung überhaupt möglich?

 

Ja, die erste eigene Wohnung ist auch während der Ausbildung möglich.
Erst einmal solltest du dir aber darüber im Klaren sein, ob du eine eigene Wohnung während der Ausbildung überhaupt benötigst. Vielleicht bleibst du auch am Anfang noch bei deinen Eltern wohnen und suchst dir im Laufe deiner Ausbildung deine eigenen vier Wände. Oder du nutzt dein erstes verdientes Geld, um Dinge zu unternehmen, vielleicht in den Urlaub zu fahren.
Egal wie du dich am Ende entscheidest, eins ist klar: Ausbildungsjahre sind keine Herrenjahre. 

Hast du schon länger eine eigene Wohnung und hast weitere Tipps? Dann lass uns doch gerne in den Kommentaren daran teilhaben.

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