Umsatzsteuer-Übungsaufgabe: Standard-Prüfungsschema

drei handwerker
7 Kommentare

Umsatzsteuer-Übungsaufgaben eignen sich sehr gut, um gelerntes Wissen im Bereich der Umsatzsteuer zu festigen und um sich auf Klausuren vorzubereiten. Da wir euch hierbei helfen wollen, sammeln wir hier auf steuerazubi.de diverse Übungsaufgaben, auf die ihr jederzeit kostenlos Zugriff habt. Solltet ihr Fragen zu dem Fall haben, schreibt am besten einen Kommentar, damit wir euch schnell weiterhelfen können und damit auch die anderen von euch lernen.

Damit der Lerneffekt am größten ist, solltet ihr euch zuerst den Sachverhalt durchlesen, um dann selbst die Lösung zu finden. Unsere Lösung bietet euch an­schlie­ßend eine Möglichkeit, euren Lösungsweg zu überprüfen. In der vorliegenden Umsatzsteuer-Übungsaufgabe wird insbesondere auf folgende Fragestellungen eingegangen:

  • Bestimmung der Leistung
  • Ort der Leistung
  • Steuerbarkeit
  • Steuerpflicht
  • Umsatzsteuer-Voranmeldung

Seid ihr bei der umsatzsteuerrechtlichen Beurteilung alltäglicher Geschäftsvorfälle immer sicher? Bei dieser kleinen Umsatzsteuer-Übungsaufgabe haben wir keinen exotischen Sachverhalt, sondern einen Standardfall ausgewählt. Die Lösung sollte doch schnell gefunden werden, oder?

Dieser Fall ist bereits in der Steufa-Z – Zeitschrift für Steuerfachangestellte erschienen und wurde uns freundlicherweise vom Deubner Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Umsatzsteuer-Übungsaufgabe

Mitte März 2014 erhielt Ihr Mandant aus Rosenheim von Herrn Huber aus München (als Privatperson) den Auftrag, sein Ferienhaus in Bernau am Chiemsee mit einer neuen Terrasse aus Holz zu versehen. Nach Planung und Beschaffung des Spezialholzes aus Kanada wurde die Terrasse am 16.04.2014 vor Ort erstellt. Die ordnungsgemäße Rechnung über EUR 6.000 zuzüglich EUR 1.140 Umsatzsteuer datiert vom 29.04.2014 und ging Kunde Huber am 02.05.2014 zu.

Ihr Mandant versteuert seine Umsätze nach vereinbarten Entgelten.[sam id=”3″ codes=”true”]

Aufgabe

Beurteilen Sie den Sachverhalt für Ihren Mandanten aus umsatzsteuerlicher Sicht unter Verwendung des unten aufgezeigten Lösungsschemas.

  1. Um welche Art der Leistung handelt es sich (gesetzliche Grundlage)?
  2. Welcher ist der Ort des Umsatzes (gesetzliche Grundlage)?
  3. Ist die Leistung steuerbar (gesetzliche Grundlage)?
  4. Liegt eine Steuerbefreiung/Steuerpflicht vor (Begründung)?
  5. Welcher ist der Voranmeldungszeitraum in dem die Umsatzsteuer entsteht (Begründung/gesetzliche Grundlage)?

 

Umsatzsteuer-Übungsaufgabe

© Cmon-Fotolia.com

 

 

Achtung: Jetzt kommt die Lösung – erst selbst überlegen 😉

Lösung

1. Um welche Art der Leistung handelt es sich (gesetzliche Grundlage)?

2. Welcher ist der Ort des Umsatzes (gesetzliche Grundlage)?

3. Ist die Leistung steuerbar (gesetzliche Grundlage)?

4. Liegt eine Steuerbefreiung/Steuerpflicht vor (Begründung)?

  • steuerpflichtig, mangels Steuerbefreiung

5. Welcher ist der Voranmeldungszeitraum in dem die Umsatzsteuer entsteht (Begründung/gesetzliche Grundlage)?

 

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7 Kommentare
    • blub0r
      Apr 08, 2015 20:55 pm Reply

      §3 (4) Werklieferung
      §3 (7) Bernau am Chiemsee (Belegenheitsort)
      §1 (1) Nr.1 steuerbarer Umsatz
      steuerpflichtig mangels Steuerbefreiung
      §12 (1) 19%
      §10 (1) 6.000€ / USt 1.140
      §13 (1) Nr.1 a) mit Ablauf VAZ April
      –> kein Fall des §13b, da LE kein Unternehmer der Bauleistungen erbringt
      §13a (1) Nr.1 Steuerschuldner = ausführender Unternehmer

      LG

    • Blockito
      Jun 14, 2016 15:49 pm Reply

      Er ist IST-Versteuerer somit ist die Entstehung der Steuerschuld nicht nach §13 (1) Nr.1 Buchstabe a zu behandeln, sondern nach §13 (1) Nr. 1 Buchstabe b. Somit ist der Zeitpunkt der Entstehung der USt in dem Monat in dem der Kunde zahlt was (wenn wir von einem vernünftigen und liquiden Kunden reden) im Mai ist/wäre.

      • Taxes-Texas
        Jan 24, 2018 18:07 pm Reply

        Laut Aufgabenstellung ist er Soll-Versteuerer (vereinbarte Entgalte nicht vereinnahmte Entgelte).

    • Vika
      Mrz 29, 2017 13:32 pm Reply

      Buchhändler B in München verkauft seine von seinem Vater geerbte Münzsammlung für 4.000 € an einen Nachbarn. Man muss eine Prüfschema folgen. Warum ist es nich steuerbar? weil es keine Lieferung und keine sonstige Leistung git? Wei kann man richtig antworten?

      • FX787
        Apr 10, 2017 18:32 pm Reply

        B ist zwar Unternehmer, verkauft seine Münzsammlung aber nicht im Rahmen seines Unternehmens (sondern privat, da es sich bei der geerbten Sammlung um sein Privateigentum handelt). Insofern ist §1 Abs. 1 Nr. 1 nicht einschlägig “…die ein Unternehmer (…) im Rahmen seines Unternehmens ausführt”

    • Fragesteller
      Mrz 02, 2018 19:11 pm Reply

      Handelt es sich nicht um eine Sonstige Leistung im Zusammenhang mit einem Grundstück nach § 3 (3) Nr. 1 c UStG?

      • Sven D
        Mrz 06, 2018 19:54 pm Reply

        Nein, es handelt sich nicht um eine sonstige Leistung, da es sich nach §3 Abs 4 UstG um eine Werklieferung handelt. Dadurch ist über §3 Abs. 9 S1 keine sonstige Leistung gegeben.

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