Ausbildungsberuf Steuerfachangestellte – Was erwartet dich?

Ausbildung Steuerfachangestellte
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Hast du dich einmal für den anspruchsvollen Ausbildungsberuf Steuerfachangestellte entschieden, so liegt eine interessante Ausbildungszeit vor dir!

Bist du dir noch nicht ganz sicher, ob dieser Beruf auch das Richtige für dich ist, so wird dir der nachfolgende Artikel ganz bestimmt bei deiner Entscheidung helfen.

Hier sollen verschiedene Bereiche und Inhalte der Ausbildung näher unter die Lupe genommen und erläutert werden.

Ausbildungsberuf Steuerfachangestellte – Erste Informationen zu der Ausbildung

Bei der Ausbildung zum Steuerfachangestellten handelt es sich um eine so genannte duale Ausbildung, die sich über einen Zeitraum von 3 Jahren erstreckt. Sie kann unter bestimmten Voraussetzungen auch um 6 bzw. 12 Monate verkürzt werden.

Innerhalb dieser Zeit wird der Auszubildende in einer Steuerberatungspraxis praktisch arbeiten und von seinem Vorgesetzten und Kollegen lernen. Die Arbeit beginnt dort direkt mit dem ersten Tag der Ausbildung.

Parallel dazu findet regelmäßiger ein- oder zweimal pro Woche Unterricht an einer berufsbildenden Schule statt. Es heißt also weiter, im wahrsten Sinne des Wortes die Schulbank zu drücken. Dort wird das theoretische, prüfungsrelevante Wissen vermittelt. Für dich ist immer die Berufsschule zuständig, die sich im regionalen Bereich des Ausbildungsbetriebs befindet.

Der Ausbildungsberuf Steuerfachangestellte setzt keinen bestimmten Schulabschluss voraus. Gymnasiasten, Realschüler sowie Hauptschüler werden zur Ausbildung zugelassen. Dennoch hat es sich herausgestellt, dass mehr als 58% der Auszubildenden im Vorfeld das Abitur bestanden haben.

Gern gesehene Fähigkeiten bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz sind allerdings

  • Fähigkeit zum logischen und analytischen Denken,
  • Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge,
  • Interesse an steuerlichen sowie rechtlichen Fragen
  • gute Umgangsformen,
  • ein hohes Maß an Organisationstalent,
  • gute mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit,
  • Verschwiegenheit und Zuverlässigkeit.

 

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Ausbildung in der Berufsschule – was lerne ich hier?

In der Schule werden alle theoretischen Grundlagen für den Ausbildungsberuf  Steuerfachangestellte vermittelt. Die Hauptfächer sind hier

  • Steuerrecht
  • Rechnungswesen
  • Betriebswirtschaftslehre
  • Wirtschaftsrecht
  • Sozialkunde

Aber auch Deutsch und Englisch können mit zum Unterricht gehören. Als Rechtsgrundlage wird auch im theoretischen Unterricht stets mit aktuellen Gesetzestexten gearbeitet!

Direkt mit der Arbeit starten – Was lerne ich im Ausbildungsbetrieb?

Sicher wird jeder Betrieb seinen Auszubildenden auf eine andere Art und Weise auf den Beruf des Steuerfachangestellten vorbereiten, zumal sich der Mandantenstamm bei jedem Steuerberater anders zusammensetzt. Aber es gibt hier selbstverständlich Bestimmung, welche Ausbildungsinhalte dem Azubi in jedem Fall beigebracht werden müssen. Am einfachsten lässt sich dies in einer tabellarischen Aufstellung darstellen:

Buchführung für Mandanten erledigen

  • Unterlagen wie Kassenbuch, Rechnungen und Kontoauszüge von Mandanten überprüfen
  • Die so genannten Geschäftsvorfälle der Mandanten zu einer ordnungsgemäßen Buchführung verarbeiten
  • Vom Mandanten selbst erstellte Buchführungen rechnerisch und sachlich kontrollieren
  • Jahresabschlüsse vorbereiten und erstellen

Steuererklärungen für Betriebe und Privatpersonen vorbereiten

  • Steueranmeldungen erstellen
  • Mitwirkung bei der Erstellung von Lohnsteueranmeldungen, Umsatzsteuervoranmeldungen, Umsatzsteuerjahreserklärungen sowie Einkommensteuer- und Gewerbesteuererklärungen
  • Steuerbescheide bearbeiten und prüfen
  • ggf. Einspruch beim Finanzamt einlegen

Lohn- und Gehaltsabrechnungen für Betriebe durchführen

  • Lohn- und Gehaltsabrechnungen erstellen
  • Arbeitnehmer der Mandanten bei den Sozialversicherungsträgern (Krankenversicherung) an- und abmelden
  • Lohnsteuerkarten und Versicherungsnachweise führen
  • Lohnsteuer, Kirchensteuer und Sozialabgaben berechnen

Allgemeine Büro- und Organisationsarbeiten

  • allgemeine Büroarbeiten ausführen
  • Postein- und -ausgang der Steuerberatungskanzlei bearbeiten
  • Akten, Register sowie Termin- und Fristenkalender anlegen und führen
  • Schriftsätze ausarbeiten
  • Unterlagen für Gesprächstermine vorbereiten

Neben den fachlichen Arbeiten ergeben sich auch immer wieder organisatorische Aufgaben, die in der Regel vom Auszubildenden ausgeführt werden.

Einige Ausbildungsbetriebe bieten sogar zusätzlich zur alltäglichen Arbeit interne Fortbildungen an. In regelmäßigen nutzen die Steuerberater hier die Gelegenheit, ihren Auszubildenden und Fachkräften die aktuellen Änderungen im Steuerrecht näherzubringen. Eine weitere Möglichkeit für dich, immer bestens informiert zu sein.

Nach den 3 Jahren der Ausbildung wirst du in der Lage sein mit steuerlichen Vorschriften umzugehen, Besteuerungsgrundlagen zu ermitteln, Steuererklärungen zu erstellen, vorhandene Software speziell für den steuerberatenen Beruf einzusetzen, und vieles mehr. Einen ausführlichen Einblick in den Ausbildungsberuf Steuerfachangestellte kannst du auch auf der Webseite der Arbeitsagentur nachlesen.

Dein erlerntes Wissen wird nicht nur am Ende der Ausbildung im Rahmen der Abschlussprüfung getestet und bewertet. Bereits während der Ausbildung musst du dich der Zwischenprüfung unterziehen. Das Ergebnis hier stellt bereits eine Information über deinen Kenntnisstand für Schule und Ausbilder dar.

Du kümmerst dich um die Mandanten – Aber wer kümmert sich um dich?

Vielleicht stellt sich die Frage, ob es während der ganzen Ausbildung eine festgelegte Person sein wird, die sich für die komplette Zeit um einen Auszubildenden kümmern wird.

Das lässt sich leider nicht pauschal sagen, denn es kommt immer auf die Größe der Steuerberatungskanzlei an. Große Beratungsgesellschaften verfügen über eigene Abteilungen, die sich ausschließlich um die Betreuung der Auszubildenden kümmern. In Einzelpraxen, in denen möglicherweise nur einige wenige Mitarbeiter vorhanden sind, übernimmt der Berater selbst die Betreuung und Ausbildung.

Fest steht jedoch, dass es immer eine Person geben wird, die als ernannter Ausbilder mit Rat und Tat jederzeit für die Ausbildung, Fragen und Probleme bereit steht. Dieser Person ist die Verantwortung übertragen worden, die Ausbildungsinhalte ordnungsgemäß und vollständig zu vermitteln. Zugleich werden alle erfahrenen Kollegen des Betriebes bemüht sein, dem Auszubildenden unter die Arme zu greifen.

Aber auch der Auszubildende trägt eine gewisse Verantwortung. Dessen sollte man sich stets bewusst sein. Denn der Status des Auszubildenden bedeutet nicht, dass man einen so genannten Freifahrtschein für Fehler mangels Wissen hat. Vom ersten Tag der Ausbildung heißt es, gewissenhaft zu lernen und zu arbeiten. Fehler können und werden natürlich hin und wieder passieren – das ist vollkommen klar – sonst wäre die Ausbildung schließlich nicht von Nöten!

Zusammengefasst gilt hier: Lernen und Wissen ist die halbe Miete.

Halte dir vor Augen: Selbst unter Anleitung der Fachkräfte heißt es bereits in der Ausbildung strebsam mit den Daten und Zahlen der Mandanten umzugehen.

Und da (auch) ein (angehender) Steuerfachangestellter vielfältige Arbeiten zu bewältigen hat, bedeutet dies ein hohes Maß an Konzentration. Nur mit diesem Bewusstsein wird er seine Arbeiten auch zufriedenstellend abliefern können.

Hast du dich schon entschieden eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten zu machen oder überlegst du noch? Wir freuen uns auf deine Meinung und einen Austausch in unserem Forum!

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