Die ungefilterte Wahrheit über die Buchhaltung

Buchhaltung
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Die Buchhaltung ist ein wichtiger Teil in jedem Unternehmen, der alle Geschäftsvorfälle dokumentiert und dadurch eine Gewinnermittlung ermöglicht. Zudem umfasst sie verschiedene Teilbereiche wie Finanz-, Bilanz-, Lohn-, Anlagen und Debitorenbuchhaltung.

Aus diesem Grund bietet dieser Bereich gute Berufsaussichten durch zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten und die Option für eine Spezialisierung als beispielsweise Bilanzbuchhalter. Darüber hinaus kommst du mit der Buchhaltung auch im Laufe deiner kaufmännischen Ausbildung oder während eines BWL-Studiums in Kontakt, weil sie Teil des Rechnungswesens ist.

Warum ist Buchhaltung für jeden Unternehmer wichtig?

Unabhängig ob du eine Festanstellung in einem Unternehmen findest, deine eigene Firma gründen oder als Freiberufler arbeiten möchtest, mit der Buchhaltung wirst du in jedem Fall direkt oder indirekt zu tun haben.

Jeder Geschäftsvorfall vom Materialeinkauf über die Lohnzahlung an die Mitarbeiter bis zur Investition in eine für die Produktion wichtige Maschine wird von der Buchhaltung systematisch erfasst. Dadurch dokumentiert sie die Wertveränderungen des Unternehmensvermögens, um am Ende des Geschäftsjahres den Jahresabschluss erstellen und den Gewinn ermitteln zu können.

Die Buchhaltung stellt somit die finanzielle Lage fest und ist daher sowohl für mittelständische und große Unternehmen als auch für Kleinunternehmer und Freiberufler wichtig und zudem gesetzlich vorgeschrieben. Der Gesetzgeber hat allerdings unter bestimmten Voraussetzungen Wahlmöglichkeiten bei der Gewinnermittlung geschaffen.

   Einnahmen-Überschussrechnung (EÜR)

Doppelte Buchführung (Doppik)

  • Einfache Form der Gewinnermittlung
  • Möglich für Freiberufler, landwirtschaftliche Betriebe und Gewerbetreibende mit geringem Einkommen
  • Transparente Auflistung von Einnahmen und Ausgaben

Aufbau ist durch ein Formular des Bundesfinanzministeriums vorgegeben

  • Besteht immer aus zwei Konten (Soll und Haben)
  • Pflicht zur doppelten BuFü für
  1. Unternehmen mit 600.000€ Umsatz und 60.000€ Gewinn
  2. Eingetragene Kaufmänner mit 600.000€ Umsatz und 60.000€ Gewinn
  3. OHG, GmbH, AG und weitere im Handelsregister eingetragene Unternehmen
  • Geschäftsvorfälle müssen verschiedenen Konten zugeordnet werden
  • Das Führen von Grundbuch, Hauptbuch und verschiedenen Nebenbüchern ist Pflicht

Es gelten die Grundsätze ordnungsgemäßer BuFü (GoB)

 

Welche Aufgaben kommen auf einen Buchhalter zu?

Wenn du später einmal diesen Beruf ergreifen möchtest oder in deiner Ausbildung Buchhaltung auf dem Lehrplan steht, musst du folgende Aufgaben erledigen:

  • Um die Geschäftsvorfälle genau dokumentieren zu können, muss die Buchung transparent und nachvollziehbar sein. Deshalb muss jede Einnahme oder Ausgabe genau kontiert und den verschiedenen Büchern zugeordnet werden.

–> Dabei gilt: Keine Buchung ohne Beleg. Wenn du einen Geschäftsvorfall verbuchst, musst du den dazugehörigen Beleg (Ausgangs- oder Eingangsrechnung, Kontoauszug, Kassenbeleg, Quittung, etc.) ebenfalls erfassen.

  • Die Daten werden bei der doppelten Buchführung immer sowohl auf der Haben- als auch auf der Soll-Seite als Mittelherkunft oder –verwendung gebucht, weil beide Seiten ausgeglichen sein müssen.
  • Am Ende des Geschäftsjahres muss die Buchhaltung für die Erstellung des Jahresabschlusses eine Inventur durchführen. Diese ermittelt den tatsächlichen Bestand an Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten, das sogenannte Inventar.
  • Mit der Verbuchung der einzelnen Geschäftsvorfälle kommt auch die steuerliche Abwicklung der Umsatzsteuer auf den Buchhalter zu. Diese muss er über die gesetzlich festgelegte Umsatzsteuervoranmeldung jeden Monat an das Finanzamt abführen.

–> Berücksichtigen muss er dabei auch die sogenannte Vorsteuer. Dabei handelt es sich um die Umsatzsteuer, welche dem Unternehmen von Lieferanten und Dienstleistern in Rechnung gestellt worden ist. Diese darf von der Umsatzsteuer abgezogen werden.

  • Darüber hinaus fallen je nach Unternehmensart weitere Steuern an, für deren Abwicklung die Buchhaltung ebenfalls zuständig ist.
  • Jedes Unternehmen besitzt ein bestimmtes Anlagevermögen, das auf dem aktiven Bestandskonto kontiert wird. Diese Vermögensgegenstände können außerdem über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Die Verwaltung des Anlagevermögens ist eine weitere Aufgabe.

Wichtige Elemente in der Buchhaltung

Hast du während deiner Schulzeit das Fach Wirtschaft belegt? Dann kennst du sicherlich schon die Konten und Bücher, welche in der Buchhaltung wichtig sind.

1)  Die Bücher

Grundbuch

Es wird auch als Journal oder Tagebuch bezeichnet, weil es die Geschäftsvorfälle in chronologischer Reihenfolge erfasst. Der Buchhalter verbucht diese im Grundbuch mittels folgender Informationen:

  • Fortlaufende Nummer
  • Datum
  • Betrag
  • Beschreibung der Einnahme oder Ausgabe
  • Zuordnung zum Haben- oder Sollkonto
  • Belegverweis

Die Einträge sind Grundlage für die Übertragung der Geschäftsvorfälle ins Hauptbuch, indem sie die Buchung entsprechend anweisen.

Hauptbuch
Die Buchungen werden darin verschiedenen Sachkonten zugeordnet und damit nach sachlichen Kriterien sortiert. Früher war es üblich, Karteikarten für die einzelnen Konten zu verwenden.

Daher sprechen Buchhalter heute immer noch von „Kontenblättern“. Am Ende des Wirtschaftsjahres wird das Hauptbuch abgeschlossen, sodass es die Basis für die Bilanz- und Jahresabschluss-Erstellung sowie die Berechnung der Gewerbe-, Einkommens- und Körperschaftssteuer bilden kann.

Nebenbücher
Dazu gehören zum Beispiel das Waren-, Kontokorrent- und Kassenbuch. Diese erläutern bestimmte Konten des Hauptbuches in detaillierter Weise.

2)  Die Konten

Bestandskonten

Sie sind in Aktiva (Vermögen) und Passiva (Verbindlichkeiten) unterteilt und dokumentieren Güter- und Geldbestände.

   AKTIVA

PASSIVA

   Anlagevermögen

  • Immaterielle Vermögensgegenstände (zum Beispiel Lizenzen)
  • Sachanlagen (zum Beispiel Grundstücke, Maschinen)
  • Finanzanlagen (zum Beispiel Wertpapiere, Anteile an verbundenen Unternehmen)

   Umlaufvermögen

  • Vorräte
  • Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände
  • Wertpapiere
  • Kassenbestand, Schecks, Guthaben bei Kreditinstituten
  • aktive Rechnungsabgrenzung
  • aktive latente Steuern

nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag

Eigenkapital

Rückstellungen (zum Beispiel für Pensionen, Steuerrückstellungen)

Verbindlichkeiten (zum Beispiel Anleihen, Kredite, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen)

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Passive latente Steuern

Erfolgskonten
Sie beschreiben erfolgswirksame Vorgänge (Gewinne UND Verluste) und werden in Aufwands- und Ertragskonten unterschieden.

Die Aufwandskonten dokumentieren dafür Minderungen des Eigenkapitals wie Abschreibungen, Materialabgänge und Personalkosten.

Wertzuflüsse, welche das Eigenkapital erhöhen, werden dagegen auf den Ertragskonten erfasst.

Grundkenntnisse in der Buchhaltung – in jedem Fall sinnvoll

Die Buchhaltung ist ein umfangreiches und sehr sachlich-nüchternes Fachgebiet, das ein systematisches, genaues und gewissenhaftes Arbeiten erfordert. Dafür benötigst du ein gewisses Interesse, damit du die Aufgaben enthusiastisch erledigen kannst.

Doch selbst wenn sich deine Begeisterung dafür in Grenzen hält, ist es für viele Berufe sinnvoll, zumindest Grundkenntnisse in der Buchführung und im Rechnungswesen zu besitzen.

Dies gibt dir einen besseren Einblick in die Geschäftsabläufe und verbessert dein Verständnis für die finanziellen Verhältnisse eines Unternehmens.

Hast du dich schon mit dem Thema Buchhaltung auseinandersetzen müssen? Dann teile uns doch deine Erfahrungen und Erkenntnisse im Forum mit.

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