Bilanzbuchhalter – Berufsbild, Aufgaben und Gehalt

Bilanzbuchhalter
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Der Beruf Bilanzbuchhalter ist ein Beruf mit hervorragender Zukunftsperspektive.

Die Weiterbildung ist meistens die Möglichkeit zum eigenen beruflichen Aufstieg.

In allen Branchen bist du eine stark nachgefragte Fachkraft. Gut ausgebildete Bilanzbuchhalter haben auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sehr gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Du kannst einen sehr guten Ruf in Wirtschaft und Verwaltung genießen, denn du verfügst über exzellente Kenntnisse im Finanz-und Rechnungswesen. Die Geschäftsprozesse eines Unternehmens laufen alle über einen Schreibtisch, über den des Bilanzbuchhalters.

Oft bekleiden sie Schlüsselpositionen und tragen einen großen Anteil zur erfolgreichen Geschäftsentwicklung bei. Dein Urteil und deine Empfehlungen werden in der Geschäftsführung als wichtige Grundlage für Entscheidungen geschätzt.

Sie arbeiten in Industrieunternehmen, in Handels- und Dienstleistungsunternehmen, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften oder in großen Handwerksbetrieben. In der Regel wird in Büroräumen mit Computern gearbeitet.

Allerdings solltest du sehr konzentriert und genau arbeiten können. Besonders durch den Wandel zur Internationalisierung und dem schnellen technologischen Wandel sind die Chancen sich beruflich zu entwickeln sehr groß. Du wirst ständig dazulernen und an neuen Herausforderungen wachsen. Diese Bereitschaft ist notwendig, um wichtige Stellen in der Wirtschaft besetzen zu können. Das Image hat sich schon lange vom langweiligen, trockenen Krawattenträger zum Finanzgenie am Computer gewandelt.

Welche Aufgaben dich erwarten

Das Aufgabenspektrum ist sehr groß und vielfältig. Das hängt vor allem von der Größe, Branche und Struktur des Unternehmens ab. In großen Konzernen ist das Aufgabenfeld meist kleiner und auf einen Teil des Rechnungswesens spezialisiert. Da du ein Experte in Sachen Rechnungswesen bist hast du keinerlei Probleme, dich auch in spezielle Bereiche einzuarbeiten. In kleinen und mittleren Unternehmen werden meist breit gesteckte Aufgaben erledigt.

Es gibt Positionen, die mit Profis für ein bestimmtes Tätigkeitsfeld besetzt sind, ebenso kannst du auch zur Leitung vom Rechnungswesen gehören. In der Regel hast du einen sehr großen Aufgabenbereich. Du erstellst die Monats-, Quartals-, und Jahresabschlüsse nach dem HGB. Außerdem bereitest du die betrieblichen Jahressteuererklärungen vor und erstellst Umsatzsteuervoranmeldungen. Eine weitere Aufgabe ist das Klären von bilanziellen Sachverhalten. Du entwirfst Statistiken und Auswertungen und bist ein wichtiger Ansprechpartner für Steuerprüfer oder Wirtschaftsberater.

Im Bereich Finanzwesen prüfst du die Zahlungsfähigkeit, also die Liquidität, des Unternehmens und du überwachst die Entwicklung der Ausgaben und Einnahmen. Es kommt vor, dass du auch für die Zahlungen und die Kassenführung verantwortlich bist. Dadurch bearbeitest du auch das Geschehen im Mahn- und Inkassobereich.

Im Bereich der Betriebsbuchhaltung werden die Kosten anhand der Kostenartenrechnung gegliedert und die Gemeinkosten auf einzelne Betriebsbereiche gelegt. Abschließend führst du die Kostenträgerzeitrechnung durch, berechnest den Deckungsbeitrag und stellst den Sollkosten die Ist-Kosten gegenüber.

Deine Haupttätigkeit ist die Anfertigung von Abschlüssen und Bilanzen. Es werden Termine festgelegt, Bewertungsmethoden geklärt und Inventurrichtlinien erarbeitet. Im Finanz-und Rechnungswesen arbeiten die meisten. Oft übernehmen Bilanzbuchhalter führende Positionen und damit die Leitung großer Projekte. Immer wichtiger wird Länderübergreifendes Wissen.

Die Datenaufbereitung wird durch spezielle Software erleichtert. Das bedeutet allerdings, dass du in der Lage sein musst diese Software zu verstehen. Dazu gibt es entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen, Grundkenntnisse im sicheren Umgang mit dem PC werden jedoch vorausgesetzt.

Wie wird man Bilanzbuchhalter?

Es handelt sich um einen anerkannten Weiterbildungsberuf für den es Zulassungsvoraussetzungen gibt:

  • In einem anerkannten kaufmännischen oder verwaltenden Ausbildungsberuf benötigst du eine erfolgreich abgeschlossene Abschlussprüfung. Außerdem ist die vorgeschriebene Ausbildungszeit von drei Jahren mit anschließender dreijähriger kaufmännischen Berufspraxis erforderlich.
  • Wenn du keine Ausbildung gemacht hast, kannst du auch mit einem erfolgreich abgeschlossenen wirtschaftswissenschaftlichen Studium und 2 Jahren Berufserfahrung an der Prüfung teilnehmen.
  • Oder kannst du eine sechsjährige Berufspraxis vorweisen, wo du überwiegend im betrieblichen Finanz-und Rechnungswesen gearbeitet hast? Im Ausnahmefall kannst du ebenfalls zur Prüfung zugelassen werden, wenn du durch Vorlage von Zeugnissen oder auf eine andere Weise glaubhaft machst, dass du die Kenntnisse und Fertigkeiten erworben hast.

Von der Industrie-und Handelskammern werden die Zulassungsvoraussetzungen gemäß dem Berufsbildungsgesetz bestimmt.

Wirst du zur IHK-Prüfung zugelassen, musst du in Fächern wie Kosten-und Leistungsrechnung, Buchführung, Finanzmanagement, internationales Rechnungswesen und betriebliche Steuerlehre mündlich und schriftlich überzeugen, um das IHK-Zertifikat zu erhalten.

Die Dauer der Ausbildung ist sehr unterschiedlich. In Vollzeitform dauern die Lehrgänge meistens fünf Monate bis ein Jahr, in Teilzeitform bis zu zweieinhalb Jahren. Die Ausbildungsdauer von Fernunterrichtslehrgängen beträgt ein bis zwei Jahre, bis zweieinhalb Jahre ziehen sich Wochenendveranstaltungen hin.

Voraussichtlich wirst du in anderthalb bis drei Jahren in berufsbegleitenden Lehrgängen für die schwere Prüfung lernen. Volkshochschulen, Privatschule sowie Industrie-und Handelskammern bieten Vorbereitungskurse an. Man kann die Prüfung auch ablegen, ohne eine einzigen Kurs besucht zu haben. Allerdings ist davon abzuraten, weil die Prüfung sehr schwer und anspruchsvoll ist,

Es gibt verschiedene Wege in diesen Beruf einzusteigen. Laut einer Studie haben nur 14 Prozent der Bilanzbuchhalter studiert. Die restlichen 86 Prozent haben meist eine klassische kaufmännische Ausbildung hinter sich.

Welcher Weiterbildungsweg der richtige ist, muss jeder selbst entscheiden. Momentan sind in Deutschland etwa 115.000 Menschen in diesem Beruf tätig und circa 4.000 Menschen streben jedes Jahr den Beruf Bilanzbuchhalter an.

Karrieremöglichkeiten als Bilanzbuchhalter

Eine abgeschlossene Fortbildung oder ein erfolgreich abgeschlossenes wirtschaftswissenschaftlichen Studium mit dem Schwerpunkt Bilanzen und Steuern ist die Voraussetzung für eine Fortbildung mit internationaler Ausrichtung.

Wenn du eine internationale Karriere anstrebst erwartet dich meistens ein besonders attraktives Gehalt. Die Qualifikation ist häufig ein Karriere-Sprungbrett. Oft tragen sie sehr viel Verantwortung und tragen zur erfolgreichen Geschäftsentwicklung bei.

Es bieten sich attraktive Spezialisierungsangebote, zum Beispiel bei der internationalen Rechnungslegung. Wiederholt werden Profis gebraucht, die mit Jahresabschlüssen ausländischer Geschäftspartner vertraut sind oder eine IFRS-Umstellung begleiten.

Ebenso werden im Bereich Controlling neue Möglichkeiten eröffnet sich beruflich weiterzuentwickeln. Verstärkt werden Fachkräfte benötigt, welche die Fähigkeiten von Bilanzbuchhaltern und Controllern vereinen.

Wer sich selbstständig macht hat Aussicht auf eine gute berufliche Zukunft und kann auch Beratungstätigkeiten durchführen. Oft schließen sich Bilanzbuchhalter mit Steuerberatern zusammen und bieten gemeinsam ihre Dienstleistungen hat. Dadurch können interne Abläufe im Finanz- und Rechnungswesen besser geregelt werden.

Oft haben Bilanzbuchhalter früher in Steuerberatungskanzleien gearbeitet und kennen die Abläufe dort gut. Häufig kommen sie als Initiatoren für Projekte zum Einsatz. Du bist sehr wichtig für die Einführung der E-Bilanz, bei Software-Umstellungen wird auf dich gesetzt.

Außerdem begleiten sie häufig den Wechsel auf die elektronische Rechnungsstellung und beantworten alle anfallenden Anfragen. Die Nachfrage nach der Zusammenarbeit zwischen beiden Berufsfeldern ist groß.

Der Beruf ermöglicht einen Einstieg in die Managementebene von Unternehmen, mit jeglichen Aufstiegsmöglichkeiten, die es in diesen Bereichen gibt. Ebenso ist man für die Unternehmensführung gut qualifiziert. Natürlich kann man seine Aufstiegschancen erhöhen, indem man Weiterbildungen und Weiterqualifikationen absolviert.

Gehalt von Bilanzbuchhaltern

Ein Bilanzbuchhalter verdient deutlich besseres Gehalt als ein Buchhalter, da man um Besserverdiener zu werden die staatliche Prüfung ablegen musst. Zwischen 36.000 Euro und 48.000 Euro liegt das Einstiegsgehalt und steigt mit der Zeit an. Wenn du acht Jahre in dem Beruf tätig bist kannst du bis zu 55.000 Euro im Jahr verdienen. Langfristig kann das Jahresgehalt bis auf 65.000 Euro steigen.

Es lassen sich zwischen den einzelnen Branchen Unterschiede erkennen. In der Industrie verdienen Bilanzbuchhalter bzw. Bilanzbuchhalterinnen am meisten, gefolgt vom Handel sowie der Informationstechnologie. Arbeitest du im Dienstleistungsbereich liegt das Einkommen vermutlich etwas unter dem Durchschnitt.

Am meisten beeinflusst jedoch die Größe des Unternehmens das Gehalt. In einer großen Firma sind die Chancen größer mehr Geld zu verdienen als in kleinen. Ebenfalls spielt die Praxiserfahrung eine große Rolle. Nicht zu verachten sind außerdem die Region in der du arbeitest sowie dein Verhandlungsgeschick. Wenn du nicht nach Tarif bezahlt wirst, solltest du dir aller 1-2 Jahre eine Gehaltsverhandlung einfordern.

Nur wer sich richtig verkaufen kann, bekommt auch das Gehalt, welches er sich wünscht. Persönliche Fähigkeiten spielen bei der Festlegung deines Gehalts eine immer größere Rolle. Neben der Abschlussnote bewerten viele Arbeitgeber Teamfähigkeit, Selbstständigkeit oder deine sozialen Kompetenzen.

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1 Kommentar
    • Christian
      Apr 06, 2015 09:14 am Reply

      Eine sehr umfassende Darstellung des Berufsbild Bilanzbuchhalter. Vielen Dank dafür
      Gruß

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