Susanne Pannenbäcker: „Der „perfekte Bewerber“ kennt seinen Marktwert.“

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Susanne Pannenbäcker

Susanne Pannenbäcker ist die Gründerin und Inhaberin der Kanzleiagentur München, einer Personalvermittlung für die steuer- und rechtsberatenden Berufe.

Da ich mich hier auf dieser Seite auch mit dem Thema Bewerbungen und der Jobsuche beschäftige, wollte ich unbedingt einen Profi zu Wort kommen lassen. Und wenn man im Internet eine Weile die Augen offen hält, kommt man nicht an Susanne Pannenbächer und der Kanzleiagentur München vorbei.

Also habe ich sie um ein Interview gebeten und sofort eine Zusage bekommen.

Hallo Frau Susanne Pannenbäcker, stellen Sie sich doch zu Beginn einmal kurz unseren Lesern vor.

Ich bin Gründerin und Inhaberin der Kanzleiagentur München, eine auf die steuer- und rechtsberatende Berufsgruppe spezialisierte Personalvermittlung mit Sitz in München, meiner Wahlheimat.

Gebürtig bin ich ein Kind des Ruhrgebiets, vor 16 Jahren hat es mich, nachdem ich zunächst eine Ausbildung in einer Anwaltskanzlei abgeschlossen habe, zum Studium nach München gezogen. Danach habe ich einige Jahre für ein Softwareunternehmen gearbeitet, das Branchenlösungen für die Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung entwickelt.

Im Rahmen dieser Tätigkeit und meiner engen Zusammenarbeit mit Kanzleiinhabern und –mitarbeitern wurde ich immer wieder darauf angesprochen, ob ich Kanzleien bei der Personalsuche unterstützen könne, so ist letztlich die Idee zur Gründung der Kanzleiagentur entstanden.

An wen richtet sich das Angebot der Kanzleiagentur München? Führungskräfte, einfache Sachbearbeiter oder auch Azubis?

Unser Angebot richtet sich sowohl an Berufsträger, als auch an Bilanzbuchhalter, Steuerfachwirte, Steuerfachangestellte und Schulabgänger, die Interesse daran haben, eine Ausbildung in diesem spannenden Berufszweig zu absolvieren.

Wenn ich jetzt also gerade von der Uni komme oder meine Ausbildung beendet habe, kann ich mich an Sie wenden?

Ja, sehr gern auch schon, wenn Interesse daran besteht, sich ein Bild über den tatsächlichen Arbeitsalltag in einer Kanzlei zu machen. Inzwischen gibt es (zumindest im Raum München) viele Kanzleien, die bereits Schulabgängern die Möglichkeit bieten, mal in den Kanzleialltag „hinein zu schnuppern“.

Susanne Pannenbäcker

Alle reden vom Fachkräftemangel und ich höre von vielen Lesern immer wieder, dass sie mindestens 20 Bewerbungen verschicken mussten. Wo liegt das Problem?

 Ich kann hier zunächst einmal nur für den Großraum München sprechen. Hier kann sich eine ausgebildete Fachkraft zwischen mehreren Angeboten entscheiden.

Ohne genaue Hintergründe kann ich natürlich nur schwer beurteilen, warum es mitunter Absagen hagelt, vielleicht liegt es an der Art der Bewerbung. Ggf. sollte mal ein Profi ein Auge darauf werfen 😉

Ein weiterer Tipp von mir ist, bei einer Absage genau nachzufragen, warum diese erfolgt ist, um ggf. bei der nächsten Bewerbung entsprechend gegen zu wirken.

 

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Wenn ich einen Job in der Steuerberatung suche, wo sollte ich suchen und wie sollte ich vorgehen?

Zunächst einmal sollte jeder Bewerber sich darüber klar sein, wo er mittelfristig hin möchte, welche Ziele er anstrebt, welches Aufgabengebiet er zukünftig bearbeiten möchte.

Möchte er in einer kleinen Kanzlei arbeiten, oder lieber in einer großen Gesellschaft? Je nachdem, wie die eigenen Ziele definiert werden, sollte man sich sodann auf die Suche nach der passenden Kanzlei machen.

Das Internet bietet in den meisten Fällen ja schon eine Vielzahl an Informationen und Möglichkeiten. Es gibt entsprechende Jobportale. Eine andere Möglichkeit ist eben die Beauftragung einer Personalvermittlung, die bei der Suche des Jobs entsprechend unterstützen und beraten kann.

Dieser Service sollte übrigens für Bewerber kostenfrei sein. Die Bewerber, die wir betreuen, legen ihre Wünsche und Ziele bei uns ganz offen dar und unsere Aufgabe ist es dann, die passende Kanzlei für den Bewerber zu finden.

Was sollte ich bei meiner Bewerbung beachten, um meine Chancen zu erhöhen?

Eine gute Bewerbung sollte immer individuell auf die Kanzlei, in der man sich bewirbt, zugeschnitten sein. Ein Anschreiben mit Bezug auf die ausgeschriebene Vakanz gehört ebenso dazu, wie ein tabellarischer Lebenslauf mit allen nötigen Anlagen (Zeugnisse etc.)  und ein ansprechendes Bewerbungsfoto.

In den meisten Fällen werden die Bewerbungen per Mail verschickt, hierbei ist zu beachten, eine entsprechende Bewerbungsmappe zu erstellen, also alle Dokumente in einem gängigen PDF –Format zusammen zu führen und nicht jeden Anhang einzeln der Mail anhängen.

Bei der Erstellung der Bewerbungsmappe sollte zwingend auf die richtige Reihenfolge geachtet werden:

Ein Tipp von mir: Die Unterlagen zunächst einmal an sich selbst schicken, um zu prüfen, wie die Dateianhänge aussehen.

Zum Thema Bezahlung: Sollte ich lieber auf meine Forderung beharren und riskieren, eine Stelle nicht zu bekommen oder sollte ich meine Ansprüche herunterschrauben und das Risiko eingehen, mich unter Wert zu verkaufen?

Grundsätzlich gilt: für eine anständige Arbeit ist auch ein anständiger Lohn zu zahlen!

Entfernt sich ein Bewerber zu weit von seinen eigenen Gehaltsvorstellungen (sofern sie realistisch sind) wird er auf Dauer in seinem neuen Job nicht glücklich und wird sich kurz- bis mittelfristig wieder nach eine neuen Anstellung umsehen. Damit ist weder dem Arbeitgeber, noch dem Arbeitnehmer geholfen.

Nur wenige Kanzleiinhaber sind „Ausbeuter“, denn wer schlecht zahlt, riskiert innerhalb seines Teams Frustration und Fluktuation.

Stapelt man bei den Gehaltsverhandlungen zu tief, kann das genau so ein schlechtes Licht auf den Bewerber werfen, als zu hoch zu stapeln. Wer seinen Marktwert nicht kennt, wirkt für einen Job – in dem Zahlen nun einmal eine große Rolle spielen – schlichtweg nicht kompetent.

Wie sieht in Ihren Augen der perfekte Bewerber aus?

Der „perfekte Bewerber“ ist fachlich gut qualifziert, kann glaubhaft vermitteln, warum er der richtige Kandidat für die ausgeschriebene Vakanz ist, kennt seinen Marktwert, ist authentisch und überzeugend.

Wie sieht in Ihren Augen der ideale Arbeitgeber aus?

Der ideale Arbeitgeber sieht seine Mitarbeiter nicht als Funktionsträger sondern immer auch den Menschen dahinter, pflegt einen wertschätzenden Umgang, fordert und fördert sein Team, gibt ausreichende Perspektiven.

Mein Schlusswort:

Grundsätzlich müssen Arbeitgeber und Mitarbeiter gut zusammen passen, das ist wichtig, um ein langfristiges und für beide Seiten gutes Arbeitsverhältnis sicher zu stellen.  Die fachliche Qualifikation allein reicht nicht mehr aus.

Die sogenannten Soft Skills gewinnen immer mehr an Bedeutung – und zwar auf  beiden Seiten.  Vor diesem Hintergrund ist eben nicht nur das Gehalt allein entscheidend, um die richtige Kanzlei als neuen Arbeitgeber zu finden sondern vielmehr das „Gesamtpaket“.

Viel Erfolg bei der Jobsuche!


 

Vielen Dank, Susanne Pannenbäcker, für das Interview und deine Tipps zum Thema Jobsuche.

Wenn du die Arbeit von Susanne Pannenbäcker interessant findest, findest du auf der Internetseite der Kanzleiagentur München weitere Informationen: kanzleiagentur-muenchen.de

Wenn du noch weitere Fragen zu dem Thema Jobsuche und Bewerbungen hast, schreibst du mir am besten im Forum: steuerazubi.de/steuerforum

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