Alles neu – Der Umzug für die Ausbildung

Umzug für die Ausbildung
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Was würdest du für eine tolle Ausbildungsstelle tun?

Einen weiten Arbeitsweg in Kauf nehmen? Auf mehr Gehalt verzichten, das du in einer anderen Kanzlei bekommen hättest? Mies gelaunte Kollegen in Kauf nehmen, weil die Aufstiegschancen im Unternehmen hervorragend sind?

Umzug ins Ungewisse – doch es lohnt sich

Es gibt Azubis, die einen Umzug in eine komplett neue Stadt in Kauf nehmen.

Weg von Freunden, Eltern und ihrem vertrauten Umfeld. Hinein ins Abenteuer Ausbildung. Inklusive Herausforderung Haushalt und widrigen Behördengängen.

Falls du mit dem Gedanken spielst, deine Heimatstadt für eine Ausbildung zu verlassen oder dir ein Umzug direkt bevorsteht, findest du hier ein paar Denkanstöße & Informationen.

Denn nicht jeder ist mit dem Aufwachsen in einer Großstadt gesegnet (natürlich hat das Leben in kleineren Städten auch seine Vorzüge ☺). Zudem gibt es en masse Lehrstellen, die jährlich aufgrund fehlender Ausbildungswütiger unbesetzt bleiben. Diese befinden sich natürlich eher in Ballungszentren.

Manchmal muss man Wagnisse eingehen, um seine Ziele zu verfolgen. In diesem Fall das Wagnis fremde Stadt.

Doch ähnlich wie bei einem Auslandsaufenthalt wird dir der Schritt ins Unbekannte sehr viel Lebenserfahrung und Persönlichkeitsentwicklung bringen. Einfach kann ja jeder…

Und wer zahlt mir das?

Natürlich weiß jeder, dass ein Umzug, egal aus welchem Grund, immer mit einer höheren Summe von Kosten verbunden ist.

Gerade als Azubi-Neuling hat man kein großes Budget. Noch nicht einmal das erste Ausbildungsgehalt ist geflossen. Hier stellt sich die Frage, ob ein Umzug – und dann noch in eine andere Stadt – finanziell überhaupt zu stemmen ist.

Es bieten sich jedoch einige Optionen, wie du das Problem lösen könntest:

Der spendable Chef

Dein Arbeitgeber in spe spürt (hoffentlich) nur Vorteile deiner örtlichen Präsenz. Er verspricht sich durch deinen Zuzug einen ausgeschlafenen, auf die Arbeit konzentrierten Auszubildenden.

Einen Azubi, der körperlich und geistig auch wirklich auf Arbeit ist, weil er in der selbigen Stadt seinen Lebensmittelpunkt hat.

Das bedeutet, dass es nicht wenige Chefs gibt, die dich, was Organisation und finanzielle Hilfe angeht, bei deinem Umzugsprojekt unterstützen.

Logisch, dass du im Vorfeld von deinen Plänen berichten solltest. Das zeigt Motivation und Eigeninitiative. Damit punktest du definitiv in deiner neuen Kanzlei.

Es gibt sogar Unternehmen, die für dich eine geeignete Wohnung suchen.

Umzugshilfe durch die Berufsausbildungshilfe (BAB)

Diese finanzielle Unterstützung gibt es unter gewissen Voraussetzungen von der Agentur für Arbeit. Einen ausführlichen Artikel zum Thema BAB findest du hier.

Kurz zusammengefasst:

  • Rein schulische Ausbildungen (wie die der Ergotherapeutin oder der Physiotherapeutin) sind nicht förderungswürdig
  • Die Höhe des BAB hängt von unterschiedlichen Faktoren ab; u.a. sind dies die Höhe der Mietkosten, die Höhe des Ausbildungsgehalts und das Einkommen der Azubi-Eltern (es gibt jedoch bestimmte Freibeträge)
  • Nur die erste Ausbildung ist förderungsfähig
  • Eine Umzugshilfe müsstest du als BAB-Empfängerin extra beantragen; hierbei benötigst du auch einen Nachweis, dass der Umzug für die Ausbildung wirklich erforderlich ist (die Bewilligung liegt im Ermessen des Bearbeiters)

Setzt du also auf das Pferd namens „BAB“, erkundige dich im Vorhinein, ob du potentiell finanzielle Unterstützung für dich und den Umzug erhältst!

Tipp und Tricks für die erste eigene Wohnung

Es steht also fest: Du ziehst in eine andere Stadt. Ganz wichtig ist hier: Planung.

Mach es wie eine exorbitant gute Buchhalterin es tun würde: Kalkuliere, recherchiere und organisiere.

Nicht nur die Höhe deiner Miete sollte eine Rolle spielen (gemeinhin spricht man ja von einem Drittel des zur Verfügung stehenden monatlichen Einkommens, das die Miethöhe maximal einnehmen sollte), sondern auch andere Aspekte.

So denke natürlich auch an die anderen, kleineren Fixkosten wie Strom, GEZ, Telefon, Versicherungen und Fahrtkosten, die Monat für Monat auf dich zukommen werden.

Hier hilft mal wieder dein Freund, das Internet.

Recherchiere zum Beispiel den aktuellen Mietspiegel in der Stadt deiner Ausbildungsstätte. Auch Stromrechner sind eine wunderbare Hilfe, um erstmals ein ungefähres Gefühl für den Stromverbrauch eines Einmann(frau)haushaltes zu bekommen.

Zeitliche und terminliche Hürden des Umzugs

Nun sind Finanzplanung abgearbeitet und die Wohnungssuche wurde erfolgreich abgehakt.

Was ist jedoch mit Situationen, in denen es zeitlich einfach knapp aussieht?

Zum Teil muss der Umzug in einem sehr kleinen Zeitfenster „gewuppt“ werden, da die Zusage für die Ausbildung spontan kam.

Dann heißt es, das „Riesenprojekt Städteumzug“ innerhalb von zwei Wochen zu bewerkstelligen.

Ein Ding der Unmöglichkeit, wenn du dabei keinerlei Unterstützung erfährst.

Jedoch hat natürlich auch an dieser Stelle dein neuer Arbeitgeber ein großes Interesse daran, dass das alles glatt über die Bühne geht!

Viele Arbeitgeber geben kulanterweise Sonderurlaub; manche sogar ganze 2 Tage.

Falls du bezüglich deiner Ausbildung tariflich gebunden bist, gibt es sogar das Recht auf Sonderurlaub in Umzugsfällen.

Umzugsunternehmen- Ist dieser Luxus sinnvoll?

Wenn du nur in ein anderes Viertel ziehst, das näher an deiner Kanzlei gelegen ist, dann meistern Familie, deine Freunde und du das Ganze an einem Wochenende.

Findet der Umzug allerdings in eine andere Stadt oder gar anderes Bundesland statt, dann erwäge zumindest den Gedanken, ein Umzugsunternehmen zu engagieren.

Das kostet zwar eine ganze Stange Geld, jedoch sparst du Zeit, gezerrte Muskeln und eine Menge Nerven.

Vorteil hierbei ist zudem, dass dein komplettes Mobiliar, der Inhalt der Kisten etc. über das Unternehmen versichert sind. Sprich: Wenn etwas zu Bruch geht, kommt die Firma dafür auf.

Passiert das gleiche mit deinen Sachen und der Verursacher ist beispielsweise ein Freund von dir, musst du auf seine (hoffentlich bestehende) Haftpflichtversicherung hoffen.

WG, Wohnheim oder doch die eigenen vier Wände?

Es gibt neben der eigenen Wohnung natürlich noch andere Möglichkeiten in einer neuen Stadt zu leben.

Hier einige Varianten:

Die WG

Ein Klassiker, bei dem man im ersten Moment eher an Studenten denkt, ist die Wohngemeinschaft.

Falls du ein Typ Mensch bist, dem es nichts ausmacht, sich mit anderen Bad und Küche zu teilen, dann könnte das etwas für dich sein.

Vorteil ist ganz klar die Einsparung in der Miete. Oft hast du den Luxus, in einer sehr großen gut ausgestatteten Wohnung zu leben und zahlst nur einen Bruchteil der Miete.

Positiv zu nennen ist außerdem das Zusammenleben. Du wirst selten allein zu Hause hocken, meist ist auch jemand zu Hause.

Über die schon in der WG lebenden Leute findest du wahrscheinlich auch schnell Anschluss zu deren Bekannten und Freunden.

Sie können dir die tollsten Clubs, Bars und Restaurants zeigen. Die Geheimtipps der Stadt, die man als Neuling erst lange suchen müsste.

Zudem teilt man sich den Haushalt (insofern hier eine klare Aufgabenverteilung herrscht, die auch von allen eingehalten wird).

Nachteil ist natürlich, dass du manchmal die Einsamkeit vermissen wirst, wenn nachts um Zwölf noch wild gefeiert wird. Oder du nachmittags für eine Prüfung lernen willst, während Peter unbedingt JETZT die komplette Wohnung saugen will…

Auch kann es ggf. zu Streitigkeiten aufgrund von unterschiedlichen Auffassungen von Ordnung kommen.

Das Wohnheim – Ein All in One- Paket?

In Großstädten gibt es so gut wie immer Wohnheime speziell für Auszubildende bzw. Studenten.

Vorteil ist, dass du ein eigenes kleines „Appartement“ zu einem sehr günstigen Preis bekommst.

Wohnheime sind auch zentral gelegen, sodass du eine sehr gute Nahverbindung auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln und/ oder dem Fahrrad hättest.

In einem Wohnheim trifft man natürlich auch viele neue Leute, die in einer ähnlichen Situation und Alter stecken. Also ist dies geradezu prädestiniert dazu, Anschluss zu finden.

Erste eigene Wohnung – Einsamkeit vorprogrammiert?

Natürlich freut sich jeder auf die erstmalig bezogenen eigenen vier Wände. Das riecht nach Aufregung, Unabhängigkeit und Abenteuer.

Stimmt auch alles. Jedoch solltest du bedenken, dass du, gerade in einer neuen fremden Stadt, nicht so gut aufgestellt bist, was das Kennenlernen von neuen Bekannten angeht. In einer WG oder einem Wohnheim geht das wahrscheinlich leichter von statten.

Natürlich triffst du auf deiner neuen Arbeit auch Kollegen oder verstehst dich bestenfalls sofort blendend mit der anderen Azubine.

Die Möglichkeiten hier sind jedoch beschränkt.

Du siehst, einen Umzug in die Ausbildungsstadt deines Vertrauens solltest du gut planen. Aber dann steht dem Abenteuer nichts mehr im Wege!

Wie sieht es bei dir aus – absolvierst du deine Ausbildung in deiner Heimatstadt? Oder bist du vielleicht gerade dabei, einen Umzug nach Köln, Berlin oder Hamburg zu planen?

Schreib doch gern im Forum darüber!

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