Mobbing am Arbeitsplatz – Was du tun kannst

Mobbing
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Es zieht sich durch das ganze Leben. Manch einer hat bereits in seiner Schulzeit mit dem Thema Mobbing Bekanntschaft machen müssen.

Manch anderen trifft es im Berufsleben. Doch ab wann spricht man von Mobbing? Wie kannst du dich dagegen wehren? Was steckt hinter diesen Feindseligkeiten und welche Formen gibt es?

Wenn du auf diese Fragen Antworten suchst, wird dich der nachfolgende Artikel sehr interessieren. Auch wenn du bisher noch nicht mit dem Thema in Berührung gekommen bist, solltest du dich präventiv damit auseinandersetzen.

Einfacher Klatsch

In nahezu jedem Büro gibt es Tratschtanten. Mit Klatsch kann man Verbündete finden und gleichzeitig Feinde abwehren. In gesundem Maße stärkt ein bisschen Getuschel das Wir-Gefühl, den Teamgeist und ist gleichzeitig ein Ventil.

Falls du mit solchen Flurgesprächen nichts zu tun haben möchtest, kann ich das sehr gut verstehen. Allerdings läufst du Gefahr dich durch diese Art von Ausgrenzung selbst in die Schusslinie zu bringen. Eine Beteiligung in geringem Maße kann dich davor schützen.

Aber Vorsicht! Halte dich bedeckt. Da es sich hierbei um eine Taktik zum Selbstschutz handelt, solltest du es schon alleine aus moralischen Gründen nicht übertreiben – so viel wie nötig und so wenig wie möglich sollte hier deine Maxime sein.

Der schmale Grad zwischen Mobbing und kleinen Reibereien

Der Arbeitsplatz kann ein heikler Ort für dich werden. Menschengruppen bergen immer ein Konfliktrisiko.

Laut Duden leitet sich das Verb „mobben“ vom englischen „to mob“ ab, was so viel heißt wie über jemanden herfallen beziehungsweise sich auf jemanden stürzen. Weitere Synonyme sind: ärgern, intrigieren, quälen, schikanieren, triezen und tyrannisieren.

Bereits an der Definition lässt sich erkennen, dass es sich hierbei nicht nur um harmlose Meinungsverschiedenheiten handelt.

Um kleinere Auseinandersetzungen wirst du in Regel nicht herum kommen. Allerdings lassen sich die meisten kleineren Streitereien schnell wieder klären. Du solltest daher auch lernen, Kompromisse einzugehen, damit solche Differenzen nicht gleich eskalieren.

Doch ab wann geht man von Mobbing aus?

Es handelt sich um Mobbing, wenn die Schikanen gezielt, systematisch und über einen längeren Zeitraum erfolgen. Oft haben sie auch das Ziel, die betroffene Person aus dem Unternehmen zu drängen.

Warum kommt es zum Mobbing?

Mobbing kann verschiedene Ursachen haben. Meistens entstehen sie auf Grund einer der folgenden Faktoren:

  • Fehlende Kommunikation

Falsche oder gar gänzlich fehlende Kommunikation bietet ausgezeichneten Nährboden für Gerüchte und Intrigen. Es können leichter Behauptungen aufgestellt und verbreitet werden.

  • Mangelnde Führungskompetenz

Die Geschäftsleitung hat eine gewisse Fürsorgepflicht, die beinhaltet, dass Anfeindungen im Keim erstickt werden müssen.

Mangelnde Autorität lässt den „Tätern“ freie Hand. Beziehungsweise kommt es auch vor, dass der Angriff seitens der Chefetage vorgenommen wird. Das ist nicht nur in höchstem unprofessionell, sondern lässt den Betroffenen noch weniger Handlungsspielraum um sich zur Wehr zu setzen.

  • Betriebsinterne Ursachen

Überforderung, Unterforderung, Angst um den Arbeitsplatz und unstrukturierte Arbeitsorganisation sind wahre Brutstätten für ein vergiftetes Betriebsklima.

  • Machtmissbrauch

Hierarchien können den Arbeitsablauf maßgeblich verbessern. Allerdings können sie die Amtsinhaber auch dazu verleiten, ihre Position zu missbrauchen und förmlich „nach unten zu treten“. Dahinter kann die Angst stecken, nicht als autoritär zu gelten beziehungsweise wollen sie damit ihre Macht demonstrieren.

  • Konkurrenzkampf

Manch einer meint, sich durch Mobbing gezielt Platz auf der Karriereleiter verschaffen zu müssen und den ungeliebten Konkurrenten so direkt auszuschalten.

  • Neid und Antipathie

Einer der niedersten Beweggründe ist der blanke Neid und die reine Antipathie.

Instrumente des Mobbings

Mobbing hat verschiedene Erscheinungsformen. Nachfolgend die häufigsten Methoden:

  • Gerüchte und Unwahrheiten verbreiten
  • Arbeitsleistungen falsch bewerten
  • Sticheleien und Hänseleien
  • Unterschlagung wichtiger Informationen
  • die Arbeit wird massiv/ungerecht kritisiert
  • Ausgrenzung und Isolierung
  • Als unfähig darstellen
  • Beleidigungen
  • Arbeitsbehinderungen
  • Arbeitsentzug

Arten von Mobbing

Bossing

Horizontales Mobbing

Staffing

Täter in der Hierarchie über dem Opfer

Täter und Opfer sind auf der gleichen Hierarchieebene

Untergebene mobben Person, die in der Hierarchie über ihnen steht

 

Gerade das Bossing kann ein perfides Mittel sein, unliebsame Mitarbeiter zur Kündigung zu drängen und dabei im „besten Fall“ den Kündigungsschutz und eine Abfindung zu umgehen.

Beim Staffing lag vorher häufig ein Wechsel der Führungskraft vor. Dem oder der neuen Chef/in fehlt es eventuell an Durchsetzungsvermögen oder er/sie strebt starke Veränderungen an, die auf Antipathie stoßen.

Folgen des Mobbings

Mobbing geht an den wenigsten spurlos vorbei. Monatelanger Stress kann zu schweren körperlichen und psychischen Beschwerden führen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Demotivation
  • innere Kündigung
  • starker Verunsicherung
  • Nervosität
  • Leistungsblockaden
  • körperliche Beschwerden: Schlafstörungen, Kopf-, Rücken- und Nackenschmerzen
  • Depression und Suizidgedanken
  • Schlafstörungen

 

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Doch was kannst du tun, wenn du davon betroffen bist?

Wenn es gerade erst angefangen hat, solltest du eines tun: Nämlich schnell reagieren. Wenn du abwartest, besteht die Gefahr, dass sich die Angriffe steigern und ein regelrechter Strudel entsteht.

Die Schlange kann wachsen und Anhänger finden.

Daher musst du gleich zu Beginn die Person ansprechen, von der die ersten Angriffe ausgehen.

So kannst du die Person beispielsweise direkt mit folgenden Fragen konfrontieren: „Was soll das eigentlich?“ oder „Worum geht es Ihnen hier?“.

Oft reichen diese ersten Maßnahmen um den Angreifer abzuwehren, ihnen den Wind aus den Segeln zu nehmen und um Selbstbewusstsein zu demonstrieren.

Manchmal hilft es auch, wenn du für eins, zwei oder drei Wochen Urlaub nimmst. In der Zeit können sich die Gemüter wieder etwas abkühlen und du dich entspannen und erholen.

Leider reicht diese direkte Vorgehensweise nicht immer aus. Manchmal ist die Situation schon zu verfahren, als das sie sich durch einfache Mittel lösen lässt.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dir innerhalb oder außerhalb des Betriebes Hilfe zu suchen. Andere Arbeitskollegen oder Vorgesetzte könnten dir Hilfe leisten.

Außerdem könnten mit Hilfe eines sogenannten Mediators ein oder mehrere Gespräche mit allen Beteiligten geführt werden. Der Mediator dient der Schlichtung und unterstützt alle Betroffenen bei der Lösungsfindung, so dass für Täter und Opfer wieder eine Chance besteht, zusammen zu arbeiten.

Weiterführend kannst du auch versuchen, die Situation für dich zu analysieren. Welchen Anteil hast du an dem Ist-Zustand? Hast du womöglich Kompetenzen überschritten oder warst zu forsch?

Wenn sich hierfür jedoch keine Möglichkeit findet, kannst du dir Hilfe bei einer der Mobbing-Beratungsstellen suchen. Es gibt zahlreiche Adressen in vielen Städten.

In Extremfällen solltest du ein Mobbing-Tagebuch führen. Darin zeichnest du alle Situationen auf mit eventuell vorhandenen Zeugen und deiner Reaktion (Herzrasen, Angstschweiß etc.) Dieses dient im Falle einer Gerichtsverhandlung als Beweismittel.

Doch wenn das alles nichts nützt und du alle Möglichkeiten ausgeschöpft hast, bleibt dir leider nur noch die Kündigung. Wobei du das erst als letzten Schritt in Erwägung ziehen solltest.

Musstet du schon mal Erfahrungen mit Mobbing machen? Oder warst du Zeuge solcher Anfeindungen? Wir finden, dass das ein sehr ernstzunehmendes Thema ist, das nicht verschwiegen werden sollte.

Möchtest du uns von deinen Erfahrungen berichten? Dann tausche dich mit uns im Forum aus oder hinterlasse uns gerne einen Kommentar.

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