Steuerberaterprüfung – Was du unbedingt wissen musst

Steuerberaterprüfung
1 Kommentar

Du willst auf der Karriereleiter ganz nach oben? Dann ist dein ganz großes Ziel die Bestellung zur Steuerberaterin.

Wenn du dich für diesen Weg entschieden hast, stellen sich automatisch viele Fragen: Was kommt auf mich zu? Wie genau läuft die Prüfung ab? Wie sollte ich mich am besten vorbereiten? Was kostet das Ganze? Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Wir möchten dich in deinem Plan unterstützen und haben in diesem Artikel alle wichtigen Informationen rund um die Steuerberaterprüfung für dich zusammen getragen.

Die formalen Voraussetzungen

Bevor du dich damit beschäftigst, wie du dich am besten auf die Steuerberaterprüfung vorbereitest, lass uns zunächst die Frage klären, ob du überhaupt daran teilnehmen darfst. Es gibt glücklicherweise viele Wege, die dich zu deinem Ziel führen.

Hast du keine Lust zu studieren oder keine Zugangsberechtigung? Kein Problem.

Auch für Praktiker ist es möglich an der Prüfung teilzunehmen. Wichtig ist nur, dass du eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen hast (z.B. Steuerfachangestellte) und 10 Jahre praktische Tätigkeit auf dem Gebiet der Steuern (vorzugsweise in einer Steuerberaterkanzlei) nachweisen kannst.

Natürlich kannst du auch klassisch studieren. Du musst logischerweise einen entsprechenden Studiengang wie zum Beispiel BWL, VWL oder Jura belegen. Anschließend sind noch ein paar Jahre Berufserfahrung nötig, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Wie viel Berufserfahrung du brauchst, hängt von der Dauer deines Studiums ab.

Eine weitere Möglichkeit bietet sich für Beamte im gehobenen Dienst der Finanzverwaltung oder ähnliche Angestellte. Gehörst du zu dieser Gruppe, reichen dir 7 Jahre praktische Tätigkeit, um an der Steuerberaterprüfung teilzunehmen.

Allerdings musst du folgendes beachten: Damit die berufspraktische Erfahrung anerkannt wird, muss die wöchentliche Arbeitszeit mindestens 16 Stunden betragen.

STUDIUM

Studienzeit bis 3 Jahre + 3 Jahre Berufserfahrung

[us_separator size=”small” color=”primary”]

Studienzeit mindestens 4 Jahre + 2 Jahre Berufserfahrung

STEUERBERATER

PRÜFUNG

[us_separator]

KAUFMÄNNISCHE

AUSBILDUNG

10 Jahre Berufserfahrung

[us_separator size=”small” color=”primary”]

Steuerfachwirt oder Bilanzbuchhalter + insgesamt 7 Jahre Berufserfahrung

STEUERBERATER

PRÜFUNG

[us_separator]

GEHOBENER

DIENST

7 Jahre Berufserfahrung

STEUERBERATER

PRÜFUNG

Was du sonst noch mitbringen musst

Zusätzlich zu den oben genannten Bedingungen musst du für die Steuerberaterprüfung noch folgende persönliche Eigenschaften mitbringen:

  • keine Vorstrafen
  • in geordneten Vermögensverhältnissen leben
  • ein festen Wohnsitz haben

Ein hohes Maß an Selbstdisziplin und eine Vorliebe für Zahlen und Gesetze sollte selbstverständlich sein.

Des Weiteren musst du bereit sein, für deinen Traum über einen Zeitraum von circa 2 Jahren deine sozialen Kontakte, deine Hobbys und alles, was dir sonst noch Spaß macht, einzuschränken um das Pensum an Vorbereitung und Lernen bewältigen zu können. Die Prüfung und die Vorbereitungen werden dir alles abverlangen, sodass du Zeit und Raum für dich benötigen wirst.

Die Vorbereitung

Es wäre fatal, die Steuerberaterprüfung auf die leichte Schulter zu nehmen. Es ist beinahe unmöglich, die Prüfung ohne den Besuch von Vorbereitungskursen zu bestehen. Auch für Studierte empfiehlt sich ein Vorbereitungskurs. Es gibt wie immer verschiedene Möglichkeiten, sich dahingehend vorzubereiten.

So kannst du zwischen einem Fernstudium, Teil- und Vollzeitkursen wählen. Wie der Name bereits verrät, bekommst du bei einem Fernstudium die entsprechenden Unterlagen nach Hause geschickt und arbeitest selbige alleine an deinem Schreibtisch durch. Von Zeit zu Zeit bekommst du dann Klausuren, die du bearbeitest und zurück an deinen Kursanbieter schickst. Anschließend erhältst du sie korrigiert und mit einem Feedback zurück.

In der Regel findet vor der Prüfungsphase ein sogenanntes Klausuren-Training statt. Hierbei trainierst du das Schreiben von Klausuren unter Prüfungsbedingungen.

Die Inhalte der Steuerberaterprüfung

Wenn du dich für einen Kurs entscheidest, solltest du darauf achten, dass folgenden Inhalte abgedeckt werden:

  • Steuerliches Verfahrensrecht sowie Steuerstraf- und Steuerordnungswidrigkeitenrecht
  • Ertragssteuerrecht
  • Buchführung und Bilanzwesen
  • Einkommens- und Ertragssteuern
  • Bewertungsrecht, Erbschafts- und Grundsteuer
  • Verbrauch- und Verkehrssteuern, allgemeines Zollrecht
  • Handelsrecht, allgemeines Bürgerliches Recht, Gesellschaftsrecht, Internationales Steuerrecht, Insolvenzrecht
  • Berufsrecht
  • Betriebswirtschaft und Rechnungswesen
  • Volkswirtschaft

Plane für den Kurs ungefähr ein Jahr ein. Optional gibt es noch Seminare, die dich speziell auf die mündliche Prüfung vorbereiten sollen.

 

[sam id=”3″ codes=”true”]

 

Was und wie geprüft wird

Die Prüfung besteht aus drei schriftlichen Klausuren und einer mündlichen Prüfung.

Der schriftliche Teil umfasst je Klausur 6 Stunden und enthält jeweils eines der folgenden Themengebiete:

  • Verfahrensrecht und andere Steuerrechtsgebiete
  • Steuern vom Einkommen und Ertrag
  • Buchführung und Bilanzwesen

Wenn du den schriftlichen Teil bestanden hast, wirst du zur mündlichen Prüfung geladen. Dein Durchschnitt bei den Klausuren muss jedoch mindestens 4,5 betragen. Ansonsten bist du bereits nach dem schriftlichen Teil durchgefallen.

Die mündliche Prüfung erfolgt in der Gruppe und beginnt in der Regel mit einem Kurzvortrag. Dieser sollte einen Umfang von circa 10 bis 15 Minuten haben. Zur Vorbereitung bekommst du eine halbe Stunde Zeit. Für die Vorbereitung des Kurzvortrages dürfen nur Gesetzestexte verwenden werden. Die Benutzung von Richtlinien und ähnlichem ist leider nicht gestattet. Anschließend werden Fragen von den Prüfern gestellt.

Deine persönliche Prüfungszeit beträgt ungefähr 90 Minuten. Abweichungen sind in Einzelfällen möglich. Das kann zum Beispiel von den Ergebnissen deiner schriftlichen Prüfung abhängen.

Übrigens: Du darfst 3-mal an der Prüfung teilnehmen, falls du sie nicht gleich bestehen solltest. Außerdem kannst du dich während der schriftlichen Prüfung noch dazu entscheiden, deine Prüfung nicht abzugeben. Das zählt dann wie nicht teilgenommen.

Welche Kosten kommen auf dich zu?

Die Kosten sind wie immer abhängig vom Kursanbieter und den Seminaren für die du dich entscheidest. Für die Vorbereitungskurse musst du um die 6.000 Euro einplanen. Hinzu kommen natürlich noch die Kosten für die Arbeitsmaterialien und eventuell Reise- und Übernachtungskosten, wenn die Kurse nicht an deinem Wohnort stattfinden.

Um an der Prüfung teilzunehmen, musst du ebenfalls einiges an Geld einplanen. So kostet bereits der Antrag bei der zuständigen Kammer circa 200 Euro und die Prüfung per se um die 1.000 Euro.

Allen in allem ist es aber eine Investition für die Zukunft, die du durch die anschließenden Verdienstmöglichkeiten in wenigen Jahren wieder ausgeglichen hast. Selbst für den Fall, dass du die Prüfung nicht bestehst, hast du dennoch einen enormen Gewinn.

Das Wissen, dass du während der Fortbildung erlangt hast, kann dir keiner mehr nehmen – auch wenn es letztlich nicht für die Bestellung zur Steuerberaterin gereicht hat.

Viele Arbeitgeber unterstützen die Pläne ambitionierter Mitarbeiter. So kannst du deinen Chef fragen, ob er die Kosten ganz oder teilweise tragen würde. Allerdings musst du damit rechnen, dass du anschließend für ein einige Jahre an die Kanzlei gebunden bist.

Abschließend ein paar Zahlen und Fakten

Die Prüfung ist bundeseinheitlich. Du läufst also nicht Gefahr, einer regionalen Ungerechtigkeit zum Opfer zu fallen. Im Jahr 2014 haben insgesamt 51,4% der Prüflinge die Hürde der Steuerberaterprüfung gemeistert. In Sachsen-Anhalt lag der Anteil sogar bei 66,7%. Das Schlusslicht bildete in dem oben genannten Jahr Mecklenburg-Vorpommern mit 41,4%.

Die durchschnittliche Quote allein spiegelt wider, dass es hierbei nicht um einen Sonntagsspaziergang handelt. Doch es lohnt sich.

Wie sieht es bei dir aus? Hast du bereits das ganze große Ziel vor Augen oder zögerst du noch? Erzähl uns von deinen Plänen und hinterlasse einen Kommentar oder tausche dich im Forum aus.

Ähnliche Blogartikel

1 Kommentar
    • Avatar
      Odilo Globocnik
      Mrz 05, 2019 21:59 pm Reply

      Nein, es lohnt sich nicht. Die hohen Kosten und vor allem der Verlust an Lebensqualität während der Vorbereitung und in der Prüfungszeit rechtfertigen den späteren Ertrag in keiner Weise. Es wird nicht einmal eine ordentliche Altersversorgung geboten. Mit zunehmendem Alter ärgere ich mich immer mehr, diesen Weg eingeschlagen zu haben und auf die oberflächliche Schönfärberei in den achtziger Jahren hereingefallen zu sein.

Hinterlasse uns einen Kommentar