Tipps für die Jobsuche – Wie du Stellenanzeigen liest

Stellenanzeigen
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Wenn du auf Jobsuche bist, wirst du ihnen in großer Anzahl begegnen: der Stellenanzeige.

Doch wie genau liest man eine solche Stellenanzeige und welche Informationen sind in ihr versteckt?

Diese Frage werde ich in diesem Artikel beantworten. Denn du kannst dir viel Stress und Arbeit ersparen, indem du die richtigen Informationen aus den Anzeigen herausziehst und sie für deine Zwecke nutzt.

Was in Stellenanzeigen steht

Viele Stellenanzeigen sind gleich aufgebaut und enthalten folgende Inhalte

  • Positionsbeschreibung
  • Informationen zum Unternehmen
  • Aufgaben
  • Anforderungskriterien
  • Jobperspektiven
  • Besetzungstermin

Nicht so häufig, aber durchaus möglich, sind Angaben zu der Vergütung.

Positionsbeschreibung

Während Steuerberater häufig die eigentlichen (richtigen) Berufsbezeichnungen verwenden, wirst du in Stellenanzeigen von großen Unternehmen aus der Wirtschaft auch häufig eigene Bezeichnungen/Positionsbeschreibungen finden.

Als Steuerfachangestellte kannst du dich grundsätzlich sehr gut auf Jobs in der allgemeinen Verwaltung, der Buchhaltung (auch Lohnbuchhaltung) und im Controlling bewerben.


Berücksichtigen solltest du, dass in der Privatwirtschaft die Qualifizierung zum Bilanzbuchhalter häufig weit verbreitet ist und du als Steuerfachangestellte in der Regel niedriger qualifiziert bist. In diesem Fall solltest du besonders auf die Anforderungskriterien achten.

Informationen zum Unternehmen

Bei großen Unternehmen, wie zum Beispiel den Big Four-Gesellschaften, sind häufig keine Informationen zum Unternehmen angegeben. In diesem Fall liegt es an dir, Google zu bedienen und dir Informationen über das Unternehmen herauszusuchen.

Denn eines gilt immer: Im Anschreiben solltest du dich auf das Unternehmen, bei dem du dich bewirbst, beziehen.

Da es aber insbesondere in der Steuerberatung viele kleine Kanzleien gibt, findest du in der Regel auch in der Stellenanzeige Informationen zum Unternehmen, wie zum Beispiel der Spezialisierung, welche Mandanten betreut werden und welche Besonderheiten die Kanzlei hat.

Doch auch wenn sich das Unternehmen in der Stellenanzeige ausführlich vorstellt, solltest du unbedingt einen Blick auf die Homepage werfen und nach Informationen zu dem Unternehmen suchen.

Aufgaben

Die Aufgaben der Steuerfachangestellten sind vielfältig und abwechslungsreich. Aber nicht in jedem Job musst du tatsächlich alles machen.

Steuerkanzleien gehen immer mehr dazu über, „Abteilungen“ einzurichten, die sich auf bestimmte Tätigkeiten spezialisiert haben. So werden die Lohnabrechnungen häufig von Mitarbeitern erledigt, die nur Lohnabrechnungen machen. Genauso häufig findest du Stellenanzeigen, in denen nur Buchführungskenntnisse verlangt werden und du keine Jahresabschlüsse erstellen musst.

Diese Beobachtung wirst du bei Unternehmen aus der Wirtschaft noch viel häufiger machen.

Dort macht die Lohnbuchhalterin selbstverständlich nur die Gehaltsabrechnungen. Im Controlling geht es nur darum, die vorhandenen Zahlen aufzubereiten und nicht darum, sie zu erstellen (also die Buchführung zu machen). In der Buchhaltung kann es sogar sein, dass du nur eine bestimmte Art Debitoren erfasst – du hast also nur mit einem Bruchteil der Buchführung zu tun.

Anforderungskriterien

Die Anforderungskriterien kann man unterteilen in Muss-Kriterien und Kann-Kriterien. Die Muss-Kriterien erkennst du unter anderem an den Formulierungen

  • wir erwarten…
  • vorausgesetzt werden…
  • Sie zeichnen sich aus als…
  • Kompetenz im Bereich… Ist erforderlich
  • Sie haben Erfahrungen in…

Diese Kriterien solltest du erfüllen. Da du in der Ausbildung wahrscheinlich nicht alles im gleichen Maße gelernt hast, solltest du dir hier die Jobs heraussuchen, die dir am besten entsprechen.

Solltest du einen Job finden, den du unbedingt haben möchtest und auf den du dich trotz fehlender Anforderungskriterien bewerben möchtest, solltest du die fehlenden Kenntnisse offen und klar kommunizieren. Nichts wäre peinlicher wenn du in deinem neuen Job eine ganz gewöhnliche Aufgabe bekommst und du nicht einmal verstehst, worum es eigentlich geht und was du tun sollst.

Maria Grahl von bigKARRIERE beruhigt in Ihrem Artikel „Er passt, er passt nicht“ alle Bewerber und ermutigt, sich auch zu bewerben, wenn nicht alle Anforderungen erfüllt werden. Denn häufig sind Stellenanzeigen so formuliert, dass sie eine Auflistung aller bestmöglichen Fähigkeiten enthalten.

 

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Die Kann-Kriterien erkennst du vor allem an den Formulierungen

  • idealerweise verfügen Sie über…
  • wünschenswert sind…
  • vorzugsweise haben sie Kenntnisse im Bereich…
  • … runden ihr Bild ab

Diese Kriterien sind für die ausgeschriebene Stelle nicht zwingend erforderlich. Erfahrungsgemäß ist es absolut nicht schlimm, wenn du diese Kriterien nicht erfüllst. Nur wenn es mehrere Bewerber um eine Stelle gibt, können diese Punkte ausschlaggebend sein.

Solltest du allerdings einige dieser Kenntnisse haben, sind dies die Punkte, die du in deiner Bewerbung besonders betonen solltest. Die Muss-Kriterien werden sowieso für die Stelle vorausgesetzt. Von den anderen Bewerbern kannst du dich vor allem mit diesen Kann-Kenntnissen abheben.

Jobperspektiven

Insbesondere die vielfältigen Karrieremöglichkeiten sind für viele junge Menschen der ausschlaggebende Grund, sich für die Steuerberatung zu entscheiden.

In vielen Stellenausschreibungen findest du Angaben dazu, ob und welche Seminare du besuchen wirst.

Bei einigen Ausschreibungen findest du auch ganz konkret den Wunsch, dass sich der jeweilige Bewerber in den kommenden Jahren weiter qualifiziert und zum Beispiel den Abschluss zum Bilanzbuchhalter oder zum Steuerberater macht.

Wenn das ohnehin dein Plan ist, ist diese Stelle wohl ideal für dich und du solltest dich unbedingt bewerben.

Besetzungstermin

Zum Besetzungstermin ist gar nicht so viel zu sagen.

Wenn du einmal verschiedene Anzeigen auf großen Jobbörsen wie zum Beispiel auf bigKARRIERE anschaust, wird dir auffallen, dass viele Unternehmen „ab sofort“ suchen.

Das bedeutet letztendlich nur, dass sie so schnell wie möglich jemanden einstellen wollen.

Wenn du im Augenblick unzufrieden mit deinem Job bist, kann sich eine Bewerbung durchaus lohnen. Du musst nicht tatsächlich sofort zur Verfügung stehen, sondern nur möglichst bald.

Fazit

In einer (guten) Stellenausschreibung findest du eine Menge Informationen, die dir einen guten Einblick in das Unternehmen, die zu besetzende Stelle, die Anforderungen und sie Aufgaben geben.

Solltest du dennoch offene Fragen haben oder werden einige Punkte in der Stellenausschreibung gar nicht erwähnt, kann ein kurzer Anruf beim jeweiligen Unternehmen helfen. Du kannst vollkommen unverbindlich deine Fragen stellen. Diese Eigeninitiative wird von vielen Arbeitgebern geschätzt und kann sich positiv auf deine spätere Bewerbung auswirken.

Auch wenn du nicht alle Kriterien erfüllst, kann ein kurzer Anruf Klarheit schaffen, indem du dich erkundigst, ob du dich auch bewerben solltest, wenn du die jeweilige Fähigkeit nicht mitbringst. So kannst du dir unnötige Arbeit und einen schlechten Eindruck ersparen.

Hast du noch Fragen zu Formulierungen in Stellenanzeigen oder zu einer ganz konkreten Stellenanzeige? Dann schreib ein Kommentar unter diesen Artikel oder komm in unser Forum und ich helfe dir gerne weiter.

Falls du aktuell auf Jobsuche bist kannst du dich gerne in unsere Datenbank eintragen. Hier kannst du ein paar Fragen beantworten und wir schauen, ob wir eine passende Kanzlei in unserem Netzwerk haben.

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