Weiterbildung für Steuerfachangestellte – Wie weit kann ich nach der Ausbildung kommen?

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Man kann über den Beruf Steuerfachangestellte denken, was man möchte, aber in einem Punkt ist dieser Ausbildungsberuf unschlagbar:

Den Möglichkeiten der Weiterbildung für Steuerfachangestellte

Insbesondere die Bezahlung von Steuerfachangestellten wird regelmäßig als zu niedrig kritisiert (Zu dem Thema empfehle ich unseren Artikel, in dem ich näher auf die Bezahlung eingehe).

In dieser Diskussion wird aber häufig ein ganz zentraler Punkt vergessen:

Die wenigsten Steuerfachangestellten bleiben ihr Leben lang auf dieser Stufe stehen. Für ehrgeizige Arbeitnehmer ist der Beruf nur eine Zwischenstation, um sich später weiter zu qualifizieren.

Wenn man durch die deutschen Steuerkanzleien geht, wird man nur wenige engagierte, gute Steuerfachangestellte mit 20 oder 30 Jahren Berufserfahrung finden.

Das liegt aber nicht an der fehlenden Attraktivität des Berufs sondern daran, dass solche Mitarbeiter in der Regel inzwischen Steuerfachwirte, Bilanzbuchhalter oder sogar Steuerberater geworden sind.

Allein diese Tatsache sorgt dafür, dass die ganz hohen Gehälter nicht als Steuerfachangestellte verdient werden.

Aus diesem Grund möchte ich mich in diesem Artikel mit der Weiterbildung für Steuerfachangestellte beschäftigen und der Frage nachgehen, wie weit man nach der Ausbildung kommen kann.

Weiterbildung für Steuerfachangestellte – Wie weit kann ich nach der Ausbildung kommen?

Hat man die Abschlussprüfung zur Steuerfachangestellten erfolgreich abgelegt, dann heißt es für die Vielzahl der Ex-Auszubildenden zunächst einmal:

Puh … geschafft! Endlich nicht mehr für die Prüfung lernen! Keine Klausuren mehr. Keine Lust mehr auf Schule.

Es wird gejubelt und gefeiert. Das ist absolut verständlich!

Viele wollen jetzt einfach erstmal Geld verdienen.

Aber was kommt dann? Was macht man nach der Ausbildung? Es gibt einige Möglichkeiten, wie der weitere Werdegang aussehen kann.

Einfach “nur” arbeiten – beim Steuerberater ist das kaum möglich

Natürlich ist es wichtig, zunächst einmal Berufserfahrung zu sammeln, um erfolgreich und zufrieden durch das Berufsleben gehen zu können.

Die Ausbildung der letzten Jahre hat dazu geführt, dass der frisch gebackene Steuerfachangestellte für den bevorstehenden Berufsalltag gut vorbereitet ist. Nun wird er seine Arbeitskraft mit wesentlich mehr Eigenverantwortung einsetzen müssen.

Möglicherweise bietet sich die Chance, in der Ausbildungskanzlei zu bleiben und dort in ein Angestelltenverhältnis übernommen zu werden.

Andernfalls muss sich der Steuerfachangestellte bei anderen Kanzleien bewerben, um eine Beschäftigung zu finden. Sollte es dir so gehen, hilft dir vielleicht die Steuerazubi-Jobbörse, um den richtigen Job zu finden.

Aber nicht nur Steuerberater und deren Kanzleien können die künftigen Arbeitgeber der Steuerfachangestellten sein.

Natürlich bietet sich auch die Möglichkeit, in die „freie Wirtschaft“ zu gehen. Viele Unternehmen in völlig unterschiedlichen Branchen betreiben eigene Buchhaltungs-, Rechnungswesen-, Lohn- und Controlling-Abteilungen.

Hier werden Steuerfachangestellte sehr gerne eingestellt, da diese sehr fundiertes Theorie- und Praxiswissen haben.

Auf der Suche nach der richtigen Arbeitsstelle solltest du in den Stellenanzeigen nach folgenden Bezeichnungen Ausschau halten:

  • Steuerfachangestellter
  • Steuerfachgehilfe
  • Buchhalter
  • Lohnbuchhalter
  • Lohn- und Gehaltsbuchhalter
  • Accountant
  • Debitorenbuchhalter
  • Kreditorenbuchhalter

 

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Oder vielleicht doch weiter die Schulbank drücken?

Ob direkt nach der Ausbildung oder erst später:

Es gibt wirklich viele Möglichkeiten der Weiterbildung für Steuerfachangestellte.

Du musst nicht immer ein Uni-Abschluss haben, um eine gute Arbeitsstelle zu bekommen. Die Unternehmen nehmen normalerweise sehr gerne Menschen, die “aus der Praxis” kommen.

Das hohe Niveau der Ausbildung zahlt sich hier aus, denn selbst ohne Studium haben Steuerfachangestellte die Möglichkeit, sich für Fortbildungen mit hochqualifiziertem Lerninhalt und späterem Abschluss einzuschreiben.

Interessante Möglichkeiten der Weiterbildung für Steuerfachangestellte

Bei dieser Vielzahl und Vielfalt von Weiterbildungsmöglichkeiten wird sicher auch für dich das Passende dabei sein.

Es gibt ganz unterschiedliche Typen und Vorlieben. Jeder kann für sich persönlich Präferenzen haben und danach die Richtung des weiteren Lernens bestimmen.

Gleichermaßen bestimmt sich dann auch der Ort der Weiterbildung für Steuerfachangestellte.

So entscheidet sich der eine für die Universität, der nächste vielleicht für eine Abendschule, Wochenendkurse oder das Fernstudium bzw. Fernlehrgänge. Selbst die Volkshochschulen VHS bieten sehr gute Kurse (z.B. Lohn- und Gehaltsbuchhalter) an.

Wofür habe ich mich entschieden?

Für mich persönlich waren die Möglichkeiten der Weiterbildung für Steuerfachangestellte absolut ausschlaggebend für diesen Beruf.

Ich habe mich letztendlich dazu entschlossen, meine Kenntnisse im Rahmen eines Studiums zu vertiefen.

Da ich bereits parallel zu meiner Ausbildung Wirtschaftswissenschaften (Schwerpunkt: Steuern und Wirtschaftsprüfung) an der Fernuniversität in Hagen studiert habe, habe ich anschließend ein Jura-Studium in Bayreuth begonnen, das ich später mit Steuer- und Gesellschaftsrecht vertiefe.

Wegen meiner beiden Studiengänge habe ich schon mit einigen Studenten zu tun gehabt und insbesondere zwei Zitate sind mir im Kopf geblieben:

Während eines Praktikums hat mir ein Werkstudent (BWL) gesagt:

Als Steuerfachangestellter hast du überall einen Vorsprung: In allgemeiner BWL, in Privatrecht, in Buchführung, in Rechnungslegung und Bilanzen, in Steuern usw. (alles Module im BWL-Studium). Das ist fast ein unfairer Vorteil und jetzt im Nachhinein hätte ich auch die Ausbildung vor dem Studium gemacht.

Erst vor wenigen Wochen hat mir ein Jura-Kommilitone gesagt:

Bisher war ich immer anti Ausbildung und wollte nur studieren. Inzwischen muss ich aber sagen, dass eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten vor dem Jura-Studium absolut Sinn macht – Einmal wegen dem Fachwissen aber auch wegen der Praxiserfahrung.

Diese beiden Aussagen kann ich absolut unterschreiben und bin froh, dass ich die Ausbildung vor meinem Studium absolviert habe.

Fazit

Ob früher oder später – Fakt ist, dass Steuerfachangestellte im Grunde genommen zu jedem Zeitpunkt ihres Berufslebens die Möglichkeit haben, bestimmte Weiterbildungen zu machen.

Warum du das machen solltest

Weil du dadurch

  • deine fachlichen Kenntnisse erweitern und einsetzen kannst,
  • noch bessere Chancen auf ein gutes Beschäftigungsverhältnis hast,
  • ein höheres Gehalt verlangen kannst und
  • dich auf Teilgebieten spezialisieren kannst.

Das Motto dieses heutigen Artikels könnte demnach lauten

„Erfolg durch Weiterbildung!“

Letztlich liegt deine Zukunft in deiner Hand und als Steuerfachangestellte hast du die ideale Grundlage für eine interessante, abwechslungsreiche und erfolgreiche Karriere.

Welche Weiterbildungen interessieren dich? Schreib mir doch im Forum dazu, damit wir uns austauschen können.

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5 Kommentare
    • jenny
      Aug 19, 2015 18:29 pm Reply

      Hallo.
      Ich bin auf einem Gymnasium in der 9.Klasse.
      Ich mache mir jetzt schon Gedanken was ich später werden möchte und wie ich mein ziel erreiche.
      I
      Ich überlege ob ich nach der 9. Klasse auf ein Berufs-kolleg für Wirtschaft Wechsel weil ich dort BWL als Lk Kurs belegen kann.
      Ich möchte nämlich eine Ausbildung als steuerfachangestellte machen.
      Ich wollte fragen ob ihr mir helfen könnt und ein paar Tipps gebt!
      Wäre Ausbildung oder Studium besser?
      Wie viel verdiene ich so im Durchschnitt als Einsteiger?
      Welche Fortbildungen sind am sinnvollsten?

      Hoffe ihr könnt mir weiterhelfen!

    • Linda
      Jul 06, 2016 15:51 pm Reply

      Hallo, ich befindet mich zur Zeit in der Ausbildung zur Steuerfachangestellten und werde nächstes Jahr fertig. Ich wollte ab nächstes Jahr ein berufsbegleitendes Studium an der FOM in BWL&Wirtschaftspsychologie anfangen und bis zum Ende des Studiums in einer Steuerkanzlei bleiben., Meine Frage dahingehend, welche Jobs kann ich nach dem Studium anfangen bzw worauf bewerbe ich mich?

      Danke schonmal
      Linda

    • Lisa Schwarz
      Nov 17, 2016 16:45 pm Reply

      Halli Hallo,
      ich bin selbst gelernte Steuerfachangestellte mit zwei jähriger Praxiserfahrung. Zusätzlich habe ich in diesem Jahr die Fortbildung zum Fachassistenten f. Lohn und Gehalt gemacht.
      Seit über einem halben Jahr kämpfe ich darum in Erfahrung bringen zu können, ob ich Jura studieren kann oder nicht?! (Ich muss dazu sagen, ich habe kein Abitur. Ein Abitur ist aber auch keine Voraussetzung nach dem Hochschulgesetz)
      Kann mir hierzu jemand weiterhelfen? Gilt die Ausbildung als qualifiziert für ein Jura Studium? Das prüft die Uni Potsdam gerade in meinem Fall, und mich würde interessieren, woran die Uni das fest macht?
      Liebe Grüße, Lisa

    • helga
      Dez 13, 2018 18:13 pm Reply

      Meinen besten Dank für die Perspektive! Die wäre dem Sohn meiner Freundin behilflich. Der Junge ist ganz ordentlich und hat ein Talent in Mathematik. Mir scheint, der Beruf eines Steuerberaters ist sein Fall, er hat sogar seinem Bruder bei der Buchführung von seinem jungen Unternehmen geholfen. Danke für die Weiterbildungschancen!

    • finn
      Aug 21, 2019 17:41 pm Reply

      Als Gehilfe im Steuerbereich ist mein Neffe im Moment tätig. Da der Beruf sehr nachgefragt wird, möchte er sein Studium fortsetzen und die Fachkenntnisse vertiefen. Die Tipps zur möglichen Weiterbildung werde ich an ihn weiterleiten, vielen Dank!

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