9 Gründe, weshalb man einen Ausbildungsvertrag ablehnen würde

Ausbildungsvertrag ablehnen
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Stelle dir mal vor: Auf deiner Suche nach einem Ausbildungsplatz bist du zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Der dortige Chef ist sehr von dir angetan und bietet dir einen Ausbildungsvertrag an.

Doch etwas stört dich und du zögerst. Dein Gegenüber ist dir unglaublich unsympathisch und von einigen Bekannten hast du bereits negative Details über die Kanzlei gehört. Außerdem soll deine Vergütung unter der Empfehlung der regionalen Steuerberaterkammer liegen. Was machst du nun? Unterschreibst du trotzdem den Vertrag oder lehnst du ab?

Wir wollten wissen: Welche Gründe sprechen für dich gegen einen Ausbildungsvertrag?

Um das herauszufinden, haben wir eine Umfrage durchgeführt und möchten dir das Ergebnis natürlich nicht vorenthalten.

 

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Das Ergebnis der Umfrage:

Warum würdest du einen Ausbildungsvertrag ablehnen?

Ergebnis

  • Der Chef
  • Zu langer Arbeitsweg
  • Schlechtes Infos über den Betrieb
  • Das Gehalt
  • Übernahmechancen sehr gering
  • In diesem Betrieb wurde noch nie ausgebildet
  • Zu wenig Mitarbeiter
  • Zu viele Mitarbeiter
  • Keine Azubis als Kollegen

Auf Augenhöhe

Es ist wichtig sich mit anderen auszutauschen. Gerade zu Beginn deiner Ausbildung können dir andere Auszubildende, die bereits länger da sind, gut helfen.

Das Verhältnis zwischen Azubis ist meist ungezwungener. So hast du die Möglichkeit, Fragen zu stellen, die du nicht unbedingt an deine Vorgesetzten richten möchtest.

Hinzu kommt der Austausch über die Berufsschule, Fragen zum Stoff und andere wichtige Informationen.

Doch sind andere Auszubildende so wichtig, dass du bei ihren Fehlen gleich den Ausbildungsvertrag ablehnen würdest? Von 210 abgegebenen Stimmen entfallen immerhin 2 auf dieses Kriterium.

Zu viele Kollegen

Kann es eigentlich zu viele Kollegen geben? Was könnte gegen eine hohe Mitarbeiterzahl sprechen?

Wenn du beispielsweise eine enge Zusammenarbeit mit deinem Chef bevorzugst, wärst du in einer großen Kanzlei nicht unbedingt gut aufgehoben. In Firmen mit vielen Arbeitnehmern existieren oftmals hierarchische Strukturen.

Denkbar wären zum Beispiel verschiedene Abteilungen mit jeweils einem Abteilungsleiter. Dann würde der Weg zum Chef primär über selbigen laufen und nicht mehr direkt. Mit der Bildung von Abteilungen kommt auch ein hoher Spezialisierungsgrad. Es kann passieren, dass du mehr nach Bedarf eingesetzt wirst und nicht unbedingt in Ausrichtung auf deine Lehrinhalte. Wichtige praktische Kenntnisse könnten dir entgehen – müssen aber nicht zwingend.

Zumindest für 3 Umfrageteilnehmer käme eine große Kanzlei nicht in Frage.

Oder zu wenige Kollegen?

Wie sieht eigentlich der umgekehrte Fall aus? Natürlich gab es auch Stimmen, die sich gegen eine kleine Kanzlei ausgesprochen haben. Sogar deutlich mehr als gegen zu viele Mitarbeiter – um genau zu sein sind 7 von 210 Umfrageteilnehmern dagegen.

Man kann davon ausgehen, dass in kleineren Kanzleien keine Abteilungen für unterschiedliche Arbeiten gebildet werden. Das kann dich unter Umständen sehr fordern, da schon allein das Thema Lohn unglaublich umfangreich sein kann.

Oftmals hängen kleine Kanzleien auch in Sachen Digitalisierung hinterher.  

Das größte Problem könnten allerdings die wenigen Kollegen darstellen. Wenn du dich mit denen nicht so gut verstehst, kann die Zusammenarbeit sehr schwierig werden.

Doch wenn alles passt, kann dir eine kleine Kanzlei durchaus ein angenehmes und familiäres Arbeitsumfeld bieten.

Das Versuchskaninchen

Für einige ein absolutes No Go: Dein potenzieller Ausbilder hat noch nie jemanden ausgebildet.

Wie in so vielen Dingen macht die Übung den Meister. So auch beim Heranziehen von zukünftigen Fachkräften. Worauf es bei der Ausbildung ankommt und wie Azubis im Allgemeinen so ticken, findet man als ausbildender Betrieb wohl auch erst nach und nach heraus. Wesentliches könnte beispielsweise versäumt oder die Bedürfnisse eines Auszubildenden nicht erkannt werden. Immerhin 9 von euch sind gegen ein Ausbildungsverhältnis in einer unerfahrenen Kanzlei.

Keine Zukunftsperspektive

Wäre es für dich ein Ausschlusskriterium, wenn dir im Vorstellungsgespräch bereits gesagt wird, dass kaum bis gar keine Übernahmechancen bestehen? Wenn ja, wärst du nicht die einzige. 28 Umfrageteilnehmer wären in diesem Fall gegen ein Ausbildungsverhältnis.

Sicherlich wünschst du dir nach der Ausbildung einen nahtlosen Übergang in das Berufsleben und das funktioniert am besten, wenn du einfach in deinem Ausbildungsbetrieb bleibst.

Allerdings besteht für dich die Gefahr weiterhin im Azubi-Modus zu laufen. Des Weiteren schadet es nicht, seine alten Gewässer zu verlassen, um neue Erfahrungen zu sammeln. Selbst wenn dir im Vorstellungsgespräch Übernahmechancen in Aussicht gestellt werden, ist das auch kein Garant dafür, dass das auch tatsächlich passiert.

Vergütung liegt unter der Empfehlung

Deine zuständige Steuerberaterkammer spricht regelmäßig Empfehlungen für die Vergütung von Auszubildenden aus. Allerdings dürfen diese um bis zu 20 Prozent unterschritten werden. Das ist nicht unbedingt fair. Gerade während der Ausbildung ist das Geld knapp. So haben sich auch 33 Umfrageteilnehmer dafür ausgesprochen eine Ausbildung abzulehnen, wenn die Vergütung unter dem üblichen Niveau liegt.

Nicht zu empfehlen

Ein schlechter Buschfunk löst bei 37 Teilnehmern Unbehagen aus. Kein Wunder. Du möchtest dich wohl kaum freiwillig in ein schlechtes Arbeitsumfeld begeben.

Meist kommen derartige Gerüchte ja nicht von ungefähr – auch wenn sie eventuell von dem einen oder anderen noch etwas dramatisiert wurden. Dennoch solltest du zumindest an einem etwaigen Vorstellungsgespräch teilnehmen und dir dein eigenes Bild machen.

Der lange Arbeitsweg

Ein langer und erschwerter Arbeitsweg ist den meisten ein Dorn im Auge. Daher belegt diese Auswahlmöglichkeit mit 41 Stimmen auch Platz 2 in unserer Umfrage.

Auch kein Wunder – muss du doch neben deiner praktischen Tätigkeit eine Menge büffeln und gegebenenfalls noch Hausaufgaben erledigen. Längst nicht jeder Azubi verfügt über ein Kraftfahrzeug, sodass er auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen ist. Gerade in ländlichen Gebieten kann das schnell zu Problemen führen. Zum einen geht dir Zeit verloren und zum anderen strengt es sehr an.

Wenn die Chemie nicht stimmt

Der unsympathische Chef belegt Platz 1 in unserer Umfrage. 50 Votes – also rund 23,8 Prozent gab es von euch für dieses Kriterium. Ich finde: Völlig zu Recht.

Wenn die Chemie nicht stimmt, können 3 Jahre Ausbildung echt lang werden. Viel zu viel ist abhängig von der Gunst der Geschäftsleitung. Querulanten und Choleriker sind als Chefs wahrlich keine Freude. Dass du dich wohlfühlst, trägt maßgeblich zu einer erfolgreichen Ausbildung bei.

Miese Stimmung im Ausbildungsbetrieb kann dir langfristig den Spaß an der Arbeit verderben und im schlimmsten Fall zu dem Wunsch führen, dass du die Ausbildung vorzeitig auflösen möchtest. Um das zu vermeiden, solltest du bei der Wahl deines Ausbildungsbetriebes auf dein Bauchgefühl hören.

Fazit

Wenn du dich in der Situation befindest, dich zwischen mehreren Betrieben entscheiden zu müssen, solltest du deine Optionen gut abwägen. Fühltest du dich während des Gesprächs gut aufgehoben? War gegenseitige Sympathie vorhanden? Wie sieht es mit der Vergütung aus? Sprich auch mit Freunden und Familie über deine Chancen.

Hast du noch Ergänzungen? Gibt es für dich noch weitere „geht ja gar nicht“ Kriterien?

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2 Kommentare
    • Moni
      Mai 08, 2017 10:55 am Reply

      Ich habe zwei Ausbildungsverträge abgelehnt:
      Einmal, weil ich den Beruf bzw. die Richtung in die es in der Firma ginge nach dem Vorstellungsgespräch doch nicht passend fand.
      Den zweiten, weil mir eine unverschämt niedrige Vergütung angeboten wurde und ich auch nicht glauben konnte, dass bei der Tätigkeitsbeschreibung und Firmenstruktur der Beruf wirklich richtig ausgebildet werden kann.
      Im Nachhinein bereue ich Nr. 2, da ich jetzt auch in einer Ausbildung drin stecke, wo ich mir nicht sicher bin den Beruf so richtig zu lernen. Da habe ich es halt vorher nicht geahnt.

    • Jack
      Feb 26, 2018 19:39 pm Reply

      Hmm bei mir waren die ersten 3 Punkte Maßgeblich vorhanden. Später kamen die anderen beiden großen Punkte noch hinzu.

      Der Chef war mir vom ersten Moment lang unsympathisch. Einer der von Oben herab spricht dem man seinen Unmut über mich direkt ansieht und einem nur die Stelle anbietet, weil alle anderen kurzerhand abgesprungen sind.
      Das Gehalt war/ist 450,520,600 was regional zwar empfohlen wurde, aber die neuen Azubis haben im ersten Jahr inzwischen mehr als ich im zweiten und mein Gehalt wurde nicht angepasst, warum auch.
      Der dritte Punkt war der lange fahrtweg ich fahre jetzt seit 2,5 Jahren täglich 1,5 Std mit dem Zug zur Arbeit und zurück.

      Übernommen werde ich nicht mehr, obwohl mir damals eine Übernahmegarantie zugesagt wurde, aber er hat inzwischen zu viele neue Mitarbeiter und Azubis angestellt, da bleibt für die schlechtere Hälfte der Azubis kein Platz mehr. Die Ausbildung war jetzt nun auch nicht so doll. Der Berater war kaum im Haus und hat auch nicht ausgebildet, sondern nur verlangt das man es doch kann und sich zuhause hin setzt und sich alles selbst bei bringt. Natürlich erklärt er uns das alles in “ruhigen” 160 Dezibel.

      Warum hab ich mir das jetzt angetan? Ich hab die Stelle erst angenommen, weil ich dachte da kommt noch mehr. Ich hatte mich schließlich auf über 30 Stellen beworben die noch zu vergeben waren. Es kam aber nichts mehr außer für das darauf folgende Jahr doch dann wäre ich nur noch Umschüler gewesen wegen des Alters.

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